Was bedeutet Hauptstammstenose und geschützter Hauptstamm?

Eine Hauptstammstenose ist eine gefährliche Verengung des Hauptstammes der linken Herzkranzarterie (linke Koronararterie). Hauptstamm bedeutet, dass die Verengung am Beginn des Gefäßes liegt, und damit in einem Bereich vor den späteren Verzweigungen der Arterie. Umso gefährlicher ist damit eine Verkalkung, weil sie größere Bereiche des Herzens betrifft.

Hauptstammstenose: dringender Handlungsbedarf

Die linke Herzkranzarterie versorgt das linke Herz mit Blut. Hauptstamm bezeichnet anatomisch den Beginn bzw. Ursprung des Gefäßes. Es handelt sich bei der Hauptstammstenose um eine besondere Form der Engstellung des Gefäßes, die meist der dringenden Behandlung bedarf, wenn die Verengung um 50% der Arterie ausmacht. Betroffen sind etwa 5-10% aller Patienten mit koronarer Herzerkrankung.

Als Behandlung der Hauptstammstenose kommen vor allem in Frage:

  • eine Bypass-Operation oder
  • eine Herzkatheter-Behandlung mit oder ohne Einlegen einer Gefäßstütze (Stent)

Geschützter Hauptstamm

Bei diesem Begriff geht es um die Herz-Katheteruntersuchung, die bei der Hauptstammstenose gefährlich werden kann. Denn die Verengung liegt im Bereich des Ursprungs der linken Herzkranzarterie, so dass der Herzkatheter im schlimmsten Fall zu einer Verschlechterung der Durchblutungssituation führt. Es kann dann sogar zu einem Herzinfarkt kommen.

Als geschützt gilt der Hauptstamm, wenn bereits ein in einer vorherigen Operation angelegter Umgehungskreislauf besteht, über den die Durchblutung gewährleistet ist.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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