Was ist ein EKG (Elektrokardiogramm)?

Ein Elektrokardiogramm (EKG) zeichnet die Herzspannungskurve auf. Sie gibt zum Beispiel Hinweise darauf, ob Ihre Herzkranzgefäße frei und durchgängig sind oder ob Rhythmusstörungen vorliegen. Auch ein schwerer Bluthochdruck kann manchmal an EKG-Veränderungen erkannt werden.

Herzspannung auf Papier

Der erste elektrische Impuls eines Herzschlags kommt aus dem sogenannten Sinusknoten, einem wenige Millimeter großen Areal spezialisierter Zellen in der rechten Vorhofkammer des Herzens. Hier wird die elektrische Erregung erzeugt und über besondere Leitungsbahnen zu den Zellen des Herzmuskels weitergeleitet, der sich daraufhin zusammenzieht (kontrahiert). Ein Herzschlag folgt.

Den Ablauf der elektrischen Erregung können Mediziner an der Körperoberfläche mit kleinen Elektroden messen und aufzeichnen. Hierzu werden insgesamt zehn flache Elektrodenaufkleber (manchmal sind es auch Saugnäpfe) an Brustkorb, Armen und Beinen verteilt. Das EKG misst immer die Spannung zwischen zwei solcher Ableitungspunkte. In der Regel werden insgesamt 12 Einzellinien aufgezeichnet, weshalb es auch 12-Kanal-EKG heißt.

Sammelsurium an Kabeln

Ein EKG wird entweder in Ruhe oder unter Belastung wie zum Beispiel beim Fahrradfahren durchgeführt. Die Untersuchung in Ruhe ist einfach, die meisten Ärzte bieten sie in ihrer Praxis an. Ein Belastungs-EKG hingegen ist etwas aufwändiger.

Das Ruhe-EKG erfolgt im Liegen auf dem Rücken. Arzt, medizinische Fachangestellte oder Krankenschwester verteilen insgesamt zehn Elektroden an Ihnen. Die erste liegt wenige Zentimeter unterhalb Ihres Schlüsselbeins, von Ihnen aus gesehen rechts vom Brustbein. Das zweite folgt nah daneben, aber links vom Brustbein. Nummer drei, vier und fünf werden in einem kleinen Bogen der linken Brust entlang geklebt, die sechste Elektrode schließt den Bogen ab und befindet sich circa 10 cm unterhalb des Achselhöhle. Die Bein- und Armelektroden werden in der Regel kurz vor dem Hand- beziehungsweise Fußgelenk auf beiden Seiten angelegt.

Interpretation der Linie nicht einfach

Das EKG mit seiner zeitlichen Aufzeichnung von elektrischer Spannung und Herzaktion lässt Rückschlüsse darauf zu, ob Muskelkontraktion und Gefäßdurchblutung in Ordnung sind oder ob in einem oder mehreren Gefäßen die Durchblutung eingeschränkt ist. Rhythmusstörungen werden in einem EKG ebenfalls sichtbar.

Was sich einfach anhört, ist in Wirklichkeit recht komplex. Tatsächlich können nur Mediziner und gut geschultes Personal die aufgezeichnete Kurve sicher deuten. Langjährige Erfahrung ist unerlässlich. Vertrauen Sie daher am besten Ihrem Arzt bei der Frage, was Ihr EKG zeigt.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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