Was ist ein Linksschenkelblock?

Ein Linksschenkelblock ist eine Art Erregungsleitungsstörung im Herzen. Er kann zum Beispiel bei Menschen mit Bluthochdruck (arterieller Hypertonie), koronarer Herzkrankheit (KHK) oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auftreten.

Was hinter den Wellen und Zacken im EKG steckt

Taktgeber des Herzens ist der Sinusknoten. Hier handelt es sich nicht wirklich um einen Knoten, sondern um ein circa 5 mm großes Gebiet spezialisierter Herzmuskelzellen, die im rechten Vorhof liegen. Sie erzeugen einen elektrischen Impuls, der über Leitungsbahnen zum Herzmuskel fließt. Das Herz zieht sich daraufhin zusammen und löst einen Herzschlag aus.

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Das EKG bildet den Weg der elektrischen Leitung durch Ihr Herz in Form einer Linie mit Wellen und Zacken ab. Wenn die elektrische Erregung durch die Vorhöfe läuft, zeigt sich im EKG eine kleine Welle, und wenn die Erregung Richtung große Herzkammern fließt und sich der Herzmuskel zusammenzieht, eine schmale, große Zacke.

Unterbrochene Leitung

Die Weiterleitung des elektrischen Impulses, der ursprünglich aus dem Sinusknoten im rechten Vorhof kommt, läuft über viele verschiedene Bahnen bis hin zu den Herzmuskelzellen. An jeder Teilstrecke kann es zu Verzögerungen der Leitung kommen. Im EKG werden dann dementsprechend Linien, Wellen und Zacken breiter, da es länger dauert, bis die Erregung durch alle Bahnen und Strukturen geflossen ist.

Bei einem Linksschenkelblock ist die elektrische Leitung zu den großen Herzkammern (Tawara-Schenkel) verlangsamt. Die sonst schmale, große Zacke im EKG wird breiter, man spricht von einem Blockbild.

Und was bedeutet das für mich?

Ein Linksschenkelblock kann auf Veränderungen Ihres Herzmuskels oder der Herzkranzgefäße hinweisen. Oft wird er auch zufällig entdeckt.

Ist er neu aufgetreten, so sollten Sie ihn von einem Arzt abklären lassen. Ihr Arzt entscheidet, ob weitere Untersuchungen oder Behandlungen notwendig sind. Tritt ein Linksschenkelblock zusammen mit Herzbeschwerden wie Luftnot, Brustschmerzen oder gar Ohnmachtsanfällen auf, so sollten Sie dies immer abklären lassen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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