Herzuntersuchung: Was bedeutet Extrasystole?

Eine Extrasystole ist ein Herzschlag, der zusätzlich zum normalen Herzrhythmus auftritt. Mitunter kann man solche Extraschläge als Herzstolpern spüren. Extrasystolen sind oft völlig harmlos und nur Ausdruck einer größeren Erregung oder die Folge von Genussgiften wie Nikotin oder Alkohol. Sie können aber auch ein Symptom einer ernsteren Herzerkrankung sein.

Was auch im Arztbrief stehen kann: VES und SVES

Extrasystolen entstehen, wenn zusätzlich zur normalen Erregungsleitung des Herzens auf separatem Wege elektrische Impulse das Herz erreichen. Diese Impulse haben dann ihren Ursprung also nicht im Sinusknoten, der unseren normalen und regelmäßigen Herzschlag steuert. Vielmehr hat sich eine Art Kriechstrom gebildet, der unabhängig vom Sinusknoten Signale aussendet. Je nachdem, wo diese unabhängigen Impulse entstehen, spricht man von ventrikulären Extrasystolen (VES, Impuls direkt in der Herzkammer) oder von supraventrikulären Extrasystolen (SVES, Impuls oberhalb der Herzkammer).

Wie oben schon gesagt, sind Extrasystolen in vielen Fällen ohne jeden Krankheitswert. Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind sie keine Seltenheit. Zu den eher harmlosen Ursachen zählen:

  • Erregungszustände
  • zu wenig Schlaf
  • Alkohol
  • Nikotin
  • zu viel Kaffee

Ernstere Ursachen von Extrasystolen können sein:

  • Durchblutungsstörungen am Herzen (koronare Herzkrankheit)
  • Herzentzündungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • stärkere Drogen
  • Medikamente

Warum Extrasystole?

Bleibt noch die Frage, woher dieser merkwürdige Begriff kommt. "Extra" ist klar. Aber Systole? So nennen die Mediziner die Phase des Herzschlags, bei der die Herzkammer das Blut hinauspresst. Und weil auch bei den Extraschlägen eine leichte Pumpbewegung ausgelöst wird, heißt es Extrasystole.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Extraschläge (Extrasystolen) & Herzstolpern: Ursachen, Symptome, Behandlung

Anzeigen