Blutgerinnung normalisiert sich erst 10 Tage nach Absetzen von Marcumar

Aktueller Arzt-Tipp

Wenn Sie Marcumar®-Tabletten einnehmen und das Ende der Therapie in Sicht ist, beachten Sie bitte, dass Sie in den ersten 7-10 Tagen möglichst keine optionalen Operationstermine, Zahnarztbehandlungen oder Termine zum Gefäßröntgen (Angiografie) legen sollten. Auch Spritzen in den Muskel, Rückenmarksdiagnostik wie Lumbalpunktion oder rückenmarksnahe Betäubungen sind tabu. Ebenso sollte das Verletzungsrisiko z.B. im Haushalt oder beim Sport in diesem Zeitraum nach Möglichkeit noch minimiert werden.

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Der Grund: Bei der Thrombosevorbeugung mit Marcumar® wird das Blutgerinnungssystem für eine gewisse Zeit so verändert, dass sich keine Verklumpungen bilden können. Was auch bedeutet, dass es selbst bei kleinen Verletzungen stärker bluten kann. Erst nach einer guten Woche pendelt sich das System wieder in die Ausgangsposition ein.

Hintergrund-Info

Marcumar® enthält den Wirkstoff Phenprocoumon und ist ein sogenanntes Antikoagulantium, also ein Arzneistoff der die Blutgerinnung hemmt. Es wird primär verschrieben zur Behandlung und Vorbeugung der Blutpfropfbildung bzw. des Gefäßverschlusses durch einen Blutpfropf, also zur Thrombose- bzw. Embolieprophylaxe.

Ursachen der Entstehung eines venösen Thrombus können beispielsweise sein:

  • durch Bettlägerigkeit verursachte Bewegungsunfähigkeit (z.B. durch OPs oder nach Gipsverband)
  • Schwangerschaft
  • Flüssigkeitsmangel
  • Verletzungen
  • u.v.m.

Embolien entstehen oft auf Basis von sogenannten Thrombembolien der tiefen Beinvenen. Wenn diese sich lösen und andere Arterien verstopfen, kann es zu einer Lungenembolie oder einem Schlaganfall kommen. Aus diesen Gründen kann die Therapie mit Marcumar® lebensrettend sein.

Ihre Dr. med. Monika Steiner

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