Muss ich bei einer Herzkatheter-Untersuchung mit Schmerzen rechnen?

Zwar können Hindernisse in den Arterien das Vorschieben des Katheters erschweren, doch ist deshalb mit keinen Schmerzen zu rechnen. Denn die Innenwände der Arterien besitzen keine schmerzleitenden Nervenzellen.

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Der Begriff Herzkatheter steht im allgemeinen Sprachgebrauch für den sogenannten Linksherzkatheter, der die Herzkranzgefäße untersucht. Es gibt jedoch auch einen Rechtsherzkatheter. Er wird zum Beispiel bei der Therapie von Herzrhythmusstörungen durchgeführt. Auch wenn sich die Untersuchungen ähneln, sind sie etwas unterschiedlich.

Der folgende Text bezieht sich auf die Linksherzkatheter-Untersuchung.

Die Einstichstelle wird betäubt

Beim Herzkatheter werden die kleinen Adern, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, optisch dargestellt. Dabei schieben Mediziner über die Arterie am Handgelenk – das ist dort, wo der Puls sitzt – oder in der Leiste einen kleinen Führungsdraht bis hin zu den Gefäßen des Herzens. Da diese von innen keine Nervenzellen haben, schmerzt dieser Vorgang in der Regel nicht.

An der Stelle, an der der Führungsdraht am Handgelenk oder in der Leiste eingeschoben wird, beschreiben Betroffene allerdings gelegentlich ein Druckgefühl oder auch Schmerzen. Beim Punktieren wird daher an diese Stelle vorher wie beim Zahnarzt eine örtliche Betäubung gespritzt.

Hitzegefühl und leichte Brustschmerzen

Um die Adern darzustellen, wird Kontrastmittel in sie geleitet. Dabei tritt oft ein Gefühl von Wärme oder Hitze im Körper auf.

Stellt sich bei der Untersuchung heraus, dass eines der Herzkranzgefäße verkalkt ist und an dieser Stelle das Blut nicht mehr gut durchfließen kann, wird meist noch während der Untersuchung der Engpass mit einem kleinen Ballon wieder geöffnet und ein Gefäßgitterchen (Stent) genau an diese Stelle gesetzt. Es stabilisiert die Innenwand der Ader und hält sie offen.

Auch dieser Vorgang ist an sich nicht schmerzhaft. Treten jedoch Komplikationen oder Probleme beim Setzen oder Aufdehnen des Stents auf, können Sie das in Form von Brustschmerzen spüren.

Punktionsstellen unter Druck

Nach der Untersuchung wird der Führungsdraht aus dem Gefäß herausgezogen. Da er in einer Arterie lag, die unter Druck steht, muss die Punktionsstelle gut abgedrückt werden. Hier gibt es oft vorgefertigte Druckmanschetten für das Handgelenk, ein wenig wie eine sehr fest angelegte Armbanduhr. Einige Menschen empfinden den Druck als unangenehm.

Auch die Arterie in der Leiste steht unter starkem Druck. Wurde dieser Zugangsweg gewählt, wird manchmal ein selbst verschließendes System verwendet. Es verdichtet mit einer Art Pfropf die Einstichstelle im Gefäß von innen. Gelegentlich ist aber ein enger Druckverband über der Leiste nötig, mit dem Sie zudem einige Stunden flach liegen müssen. Auch dies kann störend und schmerzhaft sein.

Je nach dem, wie schmerzempfindlich und ängstlich Sie sind, geben Ihnen die Ärzte schon während der Untersuchung eine Schlaf- beziehungsweise Beruhigungsspritze. Es hängt ein wenig von Ihnen und dem Untersucher ab und wird situationsabhängig und individuell entschieden.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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