Wann ist bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit eine Herzkatheter-Untersuchung notwendig?

Sind die Befunde vorheriger Untersuchungen unklar geblieben oder ergaben sie Hinweise auf Verengungen der Herzkranzgefäße, wird von den Kardiologen oft eine Herzkatheter-Untersuchung empfohlen. Damit lassen sich die Herzgefäße noch genauer (von innen) untersuchen.

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Generell kann man bei ernsthaftem Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) nur mit einem Herzkatheter die Herzkranzgefäße direkt anschauen und gegebenenfalls auch öffnen.

Brustschmerzen und was dahinter stecken kann

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine der häufigsten Todesursachen in westlichen Ländern. Sie geht mit Verkalkungen und Verengungen der Gefäße einher, die dem Herzmuskel Blut und Sauerstoff zuführen. Dadurch wird er nicht ausreichend durchblutet und versorgt.

Oft haben Betroffene Brustschmerzen. Sie treten meist zunächst unter Belastung, später auch in Ruhe auf. Allerdings wird nicht jeder Brustschmerz unbedingt vom Herzen ausgelöst, und nicht jeder Herzinfarkt geht zwingend mit Schmerzen einher. Neben der KHK gibt es eine lange Liste an Problemen, die ähnliche Beschwerden im Brustbereich auslösen können. Hierzu gehören auch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Probleme der Wirbelsäule, Stress, Angst und vieles mehr.

Wann eine KHK wahrscheinlich ist

Neue, regelmäßig auftretende Brustschmerzen zum Beispiel beim Treppensteigen oder ein Engegefühl im Brustkorb, das in die Magengegend oder den Halsbereich ausstrahlt, können jedoch auf verkalkte Herzkranzgefäße deuten. Kommen begleitend Schweißausbrüche oder Übelkeit hinzu, kann auch das für eine mangelnde Durchblutung Ihres Herzens sprechen.

Mediziner versuchen anhand von Beschwerden, Vorgeschichte und Risikofaktoren wie Rauchen oder positiver Familiengeschichte (Herzinfarkte bei nahen Verwandten in jüngerem Alter) sowie mit Hilfe verschiedener Untersuchungen einzuschätzen, ob die Schmerzen vom Herzen kommen oder nicht. Je nach Gesamtbild ergibt sich ein Prozentwert, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine KHK vorliegen könnte.

Herzkatheter nur bei dringendem Verdacht

Ein von Spezialisten erarbeiteter Untersuchungsalgorithmus empfiehlt abhängig von diesem Wert verschiedene Herztests. Hierzu gehören zum Beispiel Belastungs-EKG, Stressechokardiographie oder Myokardszintigraphie. Sie alle untersuchen das Herz bei schnellem Herzschlag und zeichnen dabei die Herzkurve oder auch Ultraschall- bzw. Röntgenbilder des Herzens auf. In einigen Fällen wird zudem ein Herz-CT oder Herz-MRT durchgeführt.

Direkt und ganz genau kann jedoch nur der Herzkatheter die Kranzgefäße darstellen. Er steht am Ende beziehungsweise an der Spitze dieser Untersuchungskaskade und wird nur bei entsprechdem Verdacht herangezogen.

Es gibt aber auch Erkrankungen wie zum Beispiel eine neu entdeckte Herzschwäche oder bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen, bei denen im Rahmen der Diagnostik ein Herzkatheter sinnvoll ist.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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