Wie häufig ist die Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) zählt im höheren Alter zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Von den über 65jährigen haben rund 5% mit einer Herzschwäche zu kämpfen. Dabei nimmt die Häufigkeit von Jahr zu Jahr zu: Ab dem 80. Lebensjahr sind schon rund 10% betroffen.

Im Gegensatz zum Herzinfarkt ist die Herzschwäche aber wesentlich unbekannter. Das liegt in erster Linie an der schleichenden Symptomatik, die sich im Gegensatz zum Herzinfarkt langsam und über Jahre entwickelt. Typisch sind eine zunehmende körperliche Schwäche und schnelle Atemnot bei Belastung. Viele Betroffene halten das für eine normale Alltagsschwäche. Es ist aber nicht normal, mit 75 Jahren beim Treppensteigen nach jedem halben Stockwerk anhalten und Luft holen zu müssen.

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Platz 3 in der Todesursachen-Statistik

Noch einmal zurück zur Häufigkeit der Herzschwäche: Männer sind insgesamt deutlich häufiger betroffen als Frauen. Menschen mit Diabetes haben ein um den Faktor 2-6 erhöhtes Risiko.

Eine Herzschwäche ist in Deutschland der häufigste Grund für eine Einweisung ins Krankenhaus. Und sie ist nach den Daten des Statistischen Bundesamtes die dritthäufigste Todesursache überhaupt. Wobei diese Daten wahrscheinlich noch täuschen: Denn da viele Menschen, wie oben angesprochen, mit ihrer Herzschwäche viel zu spät zum Arzt gehen, bleibt bei vielen Sterbefälle aufgrund einer Herzinsuffizienz die Ursache unentdeckt und auf dem Totenschein steht etwas anderes.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn