Welche Beschwerden verursacht eine Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) kann ganz unterschiedliche Symptome verursachen. Dies hängt nicht nur vom Stadium der Krankheit, sondern auch davon ab, ob das linke oder rechte Herz geschwächt ist.

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Die Beschwerden entstehen dabei durch den Rückstau von Blut im Körper, der sich mit Flüssigkeitsansammlungen bzw. einem Flüssigkeitsstau bemerkbar macht.

Die Kraft des Herzens nimmt ab

Beim Gesunden pumpt das Herz mit jedem Schlag circa 60 von 100 ml aus der linken Haupthöhle in den Körperkreislauf. Wenn die Kraft nachlässt, kann das Herz diese Aufgabe nicht mehr ohne Probleme und Beschwerden ausführen.

Dabei können ursächlich Kontraktion (das Zusammenziehen) oder Entspannung der Herzmuskelfasern gestört sein. Dadurch steigt der Druck in den Herzkammern oder die Pumpkraft selbst lässt nach. Weniger Blut verlässt dann mit jedem Schlag das Herz.

Luftnot und dicke Beine

Bei einer Herzschwäche mit Pumpeinschränkung können sich Druck und Blutvolumen rückwärts in die Lunge stauen. Das Blut fließt nämlich zunächst durch die Gefäße der Lunge, bevor es die Herzhauptkammer erreicht.

Steigt hier der Druck, werden Wasser und Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Lungengewebe gedrückt. Es kommt zu einem sogenannten Lungenödem. Betroffene leiden unter Luftnot und Husten. Anfangs treten diese Beschwerden nur bei körperlicher Anstrengung auf, später auch in Ruhe oder nachts im Liegen beim Schlafen.

Der Rückstau kann sich weiter bis in Fußknöchel und Beine fortsetzen. Menschen mit einer Herzinsuffizienz haben typischerweise Wasser in den Beinen (Beinödeme). Ein Druck aufs Schienbein hinterlässt eine charakteristische Delle in der Haut.

Auch die inneren Organe wie die Leber können anschwellen. Dabei treten Beschwerden im Bauchbereich wie Übelkeit und Magendruck auf. Insgesamt kann sich überall Wasser zurückstauen, das Gesamtkörpergewicht steigt dabei.

Herz, Hirn und Nieren

Bei einer Herzschwäche kann es neben den Lungen- und Beinödemen auch zu einem sogenannten Vorwärtsversagen kommen. Hierunter leiden dann zum Beispiel Herz, Hirn und Nieren. Das reduzierte Pumpvolumen reicht nicht mehr aus, um diese Organe adäquat zu durchbluten. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsminderung treten auf.

Wichtig: Bei einer Herzinsuffizienz muss immer die zugrundeliegende Ursache wie eine koronare Herzkrankheit, ein Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen behandelt werden. Zudem gibt es Medikamente, die ganz spezifisch den Herzmuskel unterstützen. Da das Gleichgewicht von Wasseraufnahme und -ausscheidung beeinträchtigt ist, müssen Betroffene auf ihre Trinkmenge und ihr Körpergewicht achten.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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