Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Kann ich eine Reha beantragen?

Ja. Eine medizinische Rehabilitation soll Ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhalten, verbessern oder wiederherstellen. Ein frühzeitiger Eintritt in die Rente soll zudem verhindert werden. Ob ein Antrag bewilligt wird, hängt unter anderem von Schweregrad und Prognose der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ab.

Viele Ansprechpartner im Dschungel der Kostenträger

Generell gibt es verschiedene Kostenträger, bei denen Sie einen Antrag auf Reha einreichen können. Wichtig ist, dass Sie wissen, wer eigentlich Ihr richtiger Ansprechpartner ist.

Wenn sie erwerbstätig sind, ist in der Regel die Deutsche Rentenversicherung für Sie zuständig. Wichtig ist, dass Sie einige Grundvoraussetzungen erfüllen. Hierzu gehört zum Beispiel, dass Sie Sozialabgaben bezahlt haben. Die DRV bewilligt Ihren Antrag jedoch nur, wenn sie davon ausgeht, dass die Rehamaßnahme Gesundheitszustand und Leistungsvermögen positiv beeinflusst.

Rentner hingegen müssen sich häufig an die Krankenkassen wenden. Während bei der Deutschen Rentenversicherung bei der Bewilligung das Motto "Reha vor Rente" gilt, heißt es bei den Krankenkassen "Reha vor Pflege". Ziel ist es also zu vermeiden, dass Sie aufgrund Ihrer Erkrankung pflegebedürftig werden.

Nach Unfällen ist meist die Unfallversicherung Ihr richtiger Ansprechpartner, bei Arbeitslosen oft die Bundesagentur für Arbeit. Zudem gibt es noch die Kriegsopferversorgung sowie Träger der öffentlichen Jugend- und Sozialhilfe.

Antrag und Anspruch bei Herzinsuffizienz

Den Antrag auf eine Rehabilitation sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt ausfüllen. Abhängig vom zuständigen Kostenträger wird gegebenenfalls ein Gutachter hinzugezogen. Oft reicht auch das ärztliche Attest des behandelnden Arztes. Sie haben zudem das Recht, eine Wunschklinik zu nennen. Hier sollten Sie oder Ihr Arzt begründen, weshalb diese Klinik zu bevorzugen ist. Geben Sie Ihren Wunsch direkt mit dem Antrag ab.

Bei Betroffenen mit einer Herzschwäche fällt es nicht leicht, allgemein zu sagen, bei wem ein Träger die Kosten zahlt und bei wem nicht. Diese Entscheidung wird wie gesagt individuell getroffen, auch abhängig davon, wie wahrscheinlich die bezahlte Maßnahme die körperliche Verfassung und Leistungskraft ausreichend stabilisieren beziehungsweise verbessern kann.

Eine Rolle spielen dabei unter anderem das Ausmaß der Insuffizienz und wie stark die Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt ist. Wichtig ist auch, ob Medikamente oder andere Behandlungsmaßnahmen die Prognose weiter optimieren können und wie gut Sie belastbar sind.

Bewegung tut gut

Ursprünglich nahmen Ärzte an, dass bei einer Herzschwäche grundsätzlich strenge Ruhe einzuhalten ist. Studien hingegen konnten zeigen, dass in allen Fällen, abgesehen von sehr schwer erkrankten Menschen, Bewegung auch bei einer Herzinsuffizienz den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst.

Aus medizinischer Sicht ist daher die Teilnahme an Herzsport und Reha-Programmen zu empfehlen. Wichtig ist immer, dass ein Arzt individuell einschätzt, wie weit sich Betroffene körperlich belasten dürfen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres