Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Was zeigt das Echo (Echokardiogramm)?

Das Echo (Ultraschall) zeigt Ihr Herz bildlich in Aktion. Mediziner beurteilen dabei seine Funktion, Muskeldicke, Kammergrößen und Herzklappen.

Herzaktion & Pumpkraft

Um den Schweregrad einer Herzschwäche zu beurteilen, spielt die Angabe über die sogenannte LVEF (left ventricular ejection fraction) ein große Rolle. Sie gibt an, wie kräftig Ihr Herz schlagen kann. Ist sie erniedrigt, liegt eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) vor.

Die LVEF beschreibt die Auswurfleistung der linken Hauptkammer, die sauerstoffreiches Blut aus dem Lungenkreislauf in den Körper befördert. Im Normalfall beträgt sie mehr als 55 %. Dieser Wert gibt an, dass mit jedem Schlag circa 55 ml die linke Hauptkammer verlassen, in der sich insgesamt 100 ml frisches Blut befinden. Bei einer Insuffizienz ist dieser Anteil niedriger. Wenn das Herz zum Beispiel nur 30 ml Blut in den Körper weiterpumpen kann, liegt die LVEF entsprechend bei 30 %.

Je nach LVEF wird eine Herzschwäche in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Sie ist eine der wichtigsten Größen, die Mediziner im Echo bestimmen. Beschwerden wie Luftnot und einzelne Laborwerte spielen bei der Einteilung zudem eine Rolle.

Entspannungsphase: diastolische Funktion

Eine weitere wichtige Größe, auf die Ärzte bei einer Herzinsuffizienz im Echo achten, ist die sogenannte diastolische Funktion. Sie beschreibt, wie gut der Muskel entspannen kann. Eine Herzschwäche kann nämlich auch vorliegen, wenn die LVEF zwar normal, die Muskelspannung aber erhöht ist.

Eine sogenannte diastolische Dysfunktion kann zum Beispiel bei langjährigem Bluthochdruck vorliegen, bei dem die Herzmuskulatur über die Zeit dicker wird. Steigt dadurch die Muskelspannung an, sprechen Mediziner von einer diastolischen Dysfunktion. Auch hier können Betroffene wie bei einer Herzinsuffizienz mit niedriger LVEF über Luftnot klagen.

Eine diastolische Dysfunktion kann auch im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit (verkalkte Herzkranzgefäße), bei Klappenproblemen etc. auftreten.

Andere Messwerte

Neben LVEF und Muskelspannung können Ärzte mit dem Echo eine Vielzahl weiterer Herzfunktionen und -strukturen beurteilen. Sie messen unter anderem, ob die Kammern normal groß oder erweitert sind und kontrollieren, dass alle vier Herzklappen korrekt öffnen und schließen. Zudem messen sie Drücke auf der rechten Herzseite, die wiederum Rückschlüsse auf den Lungenkreislauf erlauben. Auch der erste Teil der Hauptschlagader und des Herzbeutels können beurteilt werden.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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