Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Warum brauche ich einen Herzkatheter?

Bei einer Herzschwäche brauchen Sie einen Herzkatheter, wenn Ihr Arzt vermutet, dass verkalkte Gefäße (koronare Herzkrankheit, KHK) für die Pumpschwäche verantwortlich sind.

KHK und Bluthochdruck stecken häufig hinter Herzschwäche

Vermutet Ihr Arzt eine Herzschwäche, gehört zu einer der ersten Untersuchungen die Echokardiographie, der Ultraschall des Herzens. In der Regel wird sie von einem Kardiologen durchgeführt. Er kann beurteilen, ob und inwiefern Pumpkraft und Entspannung des Herzmuskels intakt oder beeinträchtigt sind.

Um eine gute und adäquate Behandlung einleiten zu können, muss unter anderem der Auslöser der Herzschwäche gefunden werden. Dabei sind KHK und Bluthochdruck zu über 50 % für die reduzierte Pumpkraft verantwortlich. Ein Arzt muss also immer überlegen, ob eine dieser beiden Erkrankungen vorliegen könnte.

Auch Herzmuskelerkrankungen oder -entzündungen, Klappenprobleme, Rhythmusstörungen etc. können hinter dem geschwächten Muskel stecken.

Manchmal reichen Stresstests

Wenn Ihr Kardiologe eine KHK für eher unwahrscheinlich hält, führt er in der Regel zunächst einen sogenannten Stresstest wie ein Belastungs-EKG oder Belastungs-Echo durch. Hier werden Herzkurve beziehungsweise Ultraschall aufgezeichnet, während Sie selbst auf einem Ergometer Rad fahren. Die Belastung wird dabei schrittweise erhöht. Die Untersuchungen geben erste Hinweise auf die Durchblutung des Herzens.

Ein etwas anderer, aber ähnlicher Stresstest ist die Myokardszintigraphie. Sie wird von einem Radiologen durchgeführt. Er gibt Ihnen zum einen ein Medikament, dass Ihren Puls erhöht, und zum anderen ein Mittel, das sich über die Kranzgefäße im Herzmuskel verteilt. Auch hiermit kann die Druckblutung beurteilt werden.

Außerdem gibt es Computertomogramme und Kernspinuntersuchungen, die ebenfalls die Durchgängigkeit der Gefäße untersuchen können.

Wann ein Herzkatheter notwendig ist

Hat Ihr Arzt hingegen den Verdacht, dass eine KHK und eingeschränkte Durchblutung Grund Ihrer Herzschwäche sein könnten, muss er einen Schritt weiter gehen und einen Herzkatheter (Koronarangiographie) veranlassen. Der Verdacht auf eine KHK hängt unter anderem von Ihren Beschwerden und Risikofaktoren wie zum Beispiel Nikotinkonsum, Blutfetten, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und familiäre Häufung von Infarkten ab.

Die Untersuchung erfolgt in der Regel in einer Klinik. Wenn alles komplikationslos verläuft, bleiben Sie meist eine Nacht zur Überwachung. Im Herzkatheter können Mediziner mit einem sogenannten Kontrastmittel, das direkt in die Gefäße gespritzt wird, deren Durchgängigkeit genau beurteilen. Sie sehen, ob die Ader frei oder verengt ist und können eine Engstelle, wenn nötig, direkt mit einem Ballon und Metallgitterchen öffnen.

Ob Sie bei einer Herzschwäche eine Katheteruntersuchung benötigen, kann nur Ihr Arzt individuell einschätzen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

Anzeigen