Wie wird eine dekompensierte Herzinsuffizienz behandelt?

Eine dekompensierte Herzinsuffizienz ist eine Notfallsituation. Die Herzschwäche kann dann vom Körper nicht mehr kompensiert werden, es kommt zu einem Rückstau des Blutstroms in die Lungen (bei Linksherzschwäche) oder in den Körper (bei Rechtsherzschwäche). Das muss dringend behoben werden, sonst droht ein komplettes Herzversagen mit Herzstillstand.

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Zu den typischen Notfallmaßnahmen bei einer dekompensierten Linksherzschwäche gehören:

  • Hinlegen, Oberkörper erhöht, Beine tiefer gelagert
  • Nitro-Kapseln: Diese Medikamente werden zerkaut und bewirken eine rasche Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Herzens. Das ist aber nur möglich, wenn der Blutdruck nicht zu sehr im Keller ist (der obere Wert darf nicht unter 90 mmHG liegen).
  • zusätzliche Sauerstoffgabe über Beatmungsgerät
  • weitere Medikamente über venösen Zugang, insbesondere Entwässerungstabletten (z.B. Furosemid), um den Blutrückstau zu vermindern.

Wichtig ist aber auch, nach der erfolgreichen Notfallbehandlung weitere Schritte einzuleiten. Neben einer intensiveren medikamentösen Behandlung ist dann oft auch ein Herzschrittmacher notwendig, in manchen Fällen sogar eine Herztransplantation. Denn bei einer Herzschwäche, die derart aus dem Ruder gelaufen ist, wird das Herz ohne weitere Maßnahmen auch in Zukunft nicht mehr in der Lage sein, ausreichend Blut zu befördern.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn