Warum soll ich wegen meiner Herzschwäche Entwässerungsmittel einnehmen?

Bei einer Herzschwäche lagert der Körper leichter Wasser ein. Dies kann problematisch werden, wenn sich Wasser in den Beinen oder den Lungen sammelt. Medikamente können Ihnen dann helfen.

Unsere 11 wichtigsten Tipps bei Herzschwäche

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Team aus Herz und Nieren

Die Nieren sind hauptverantwortlich für unseren Wasserhaushalt. Sie produzieren jeden Tag bis zu 200 Liter sogenannten Primärharn. Das ist eine große Menge. 99% davon werden dann über ein ausgetüfteltes Röhrensystem wieder zurückgewonnen und nur circa 1 bis 1,5 Liter Endharn als Urin ausgeschieden. Auch den Haushalt verschiedener Salze wie Natrium und Kalium steuern die Nieren.

Das Herz greift über den Kreislauf und ein komplexes Hormonsystem regulierend ein. Damit findet ein enges Zusammenspiel zwischen Herz und Nieren statt. Erkrankt eines der beiden Organe, kann dieses Gleichgewicht in Schieflage geraten.

Wasser in den Beinen – wenn das Gewicht steigt

Wenn die Pumpkraft des Herzens abnimmt, scheiden die Nieren weniger Wasser aus. Dieses sammelt sich daraufhin im Körper an. Die Betroffenen haben dann wortwörtlich Wasser in den Beinen. Drückt man auf die Vorderseite der Schienbeine, so bleibt eine Delle im Unterhautgewebe zurück.

Außerdem leiden viele an Luftnot, anfangs bei körperlicher Anstrengung, später auch in Ruhe oder im Liegen. Manch einer benötigt nachts mehrere Kissen und kann nur im Sitzen schlafen.

Eine Überwässerung zeigt auch der Blick auf die Waage an. Ein Liter Wasser entspricht einer Gewichtszunahme von einem Kilogramm.

Tabletten helfen

Diuretika (Wassertabletten) setzen an den Nieren an. Sie fördern die Wasser- und Natriumausscheidung und helfen Ihrem Körper, ein neues, stabiles Gleichgewicht im Wasserhaushalt aufzubauen. Die gesteigerte Urinproduktion und vermehrte Abgabe von Urin entlastet außerdem die Gefäße und senkt den Blutdruck, so dass das Herz weniger pumpen muss.

Zu guter Letzt werden Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe oder in der Lunge ausgeschwemmt. Das verschafft Ihnen Erleichterung beim Gehen und Atmen. Außerdem verschwinden die zusätzlichen Kilos auf der Waage wieder.

Sie sehen also, dass es durchaus seinen Grund hat, wieso Ihr Arzt Ihnen Entwässerungsmittel verschrieben hat. Auch wenn es lästig sein kann, da Sie durch die Medikamente vermehrt zur Toilette gehen müssen, ist es wichtig, dass Sie sie wie empfohlen einnehmen. Achten Sie außerdem auf Zeichen einer Überwässerung wie Luftnot oder geschwollene Beine und auf Ihr Gewicht.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres, Dr. Julia Hofmann

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Diuretika: Wirkung und Nebenwirkungen

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