Kann man durch seine Herzschwäche Schlafstörungen bekommen?

Ja. Das muss zwar nicht passieren, aber es kann passieren. In einer Studie wurde festgestellt, dass bei Menschen mit chronischer Herzschwäche offenbar der Schlafrhythmus von dem der Herzgesunden abweicht. Bei der Untersuchung im Schlaflabor zeigten sich deutliche Unterschiede, die vor allem den REM-Schlaf und die Leichtschlafphasen betrafen. Die Gesamtschlafzeit war jedoch nicht beeinträchtigt.

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Im praktischen Alltag auf jeden Fall zu beachten ist die Tatsache, dass auch Herz-Medikamente zu Schlafstörungen führen können. Das gilt etwa für Betablocker, die bei der Behandlung der Herzschwäche häufig zum Einsatz kommen.

Schlafapnoe und Herzschwäche verstärken sich gegenseitig

Wissenschaftlich gut belegt ist, dass sich Schlaf- und Atmungsstörungen und Herzprobleme gegenseitig bedingen können. Das gilt insbesondere für das Schlafapnoe-Syndrom (ständige Atemaussetzer im Schlaf). Die Schlafapnoe ist ein Risikofaktor sowohl für die Entstehung als auch für die Verschlimmerung einer bereits bestehenden Herzschwäche. Die gute Nachricht: Eine Behandlung der Schlafapnoe kann die Herzsituation in den meisten Fällen verbessern.

Das gilt auch umgekehrt: Bei Menschen mit geschwächtem Herz tritt vermehrt die zentrale Schlafapnoe auf, bei der es zu nächtlichen Atemaussetzern wegen fehlender Impulse aus dem Gehirn kommt. Eine sorgfältige Behandlung der Herzschwäche ist ein erster Schritt, um die Episoden mit Atemaussetzern zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Dadurch kann der Teufelskreis der sich gegenseitig verstärkenden Krankheitsbilder durchbrochen werden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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