Herzinfarkt, Arteriosklerose, Schlaganfall: Welche Heilpflanzen bieten Schutz?

Ob verkalkte Herzgefäße, verstopfte Beinarterien, Blutgerinnsel im Gehirn oder Blutbahnen unter Dauerdruck – von Gefäßerkrankungen und ihren gravierenden Folgen sind viele Menschen betroffen, Tendenz steigend. Grund genug zu überlegen, wie wir unsere Gefäße pfleglich behandeln und uns vor Herzinfarkt, Schlaganfall & Co schützen können.

Die Säulen der Behandlung

Geschädigte, verengte und überlastete Gefäße gehören heute zur Todesursache Nr. 1 in den Industrienationen. Frühzeitig erkannt bieten Medikamente einen wirksamen Schutz und können verhindern, dass Organe und Gewebe unzureichend durchblutet werden und so nicht mehr genug Nährstoffe erhalten.

Eine weitere wichtige Säule der Behandlung betrifft den Lebensstil. Es ist das bekannte Mantra, das Sie bestimmt schon öfter gehört haben: ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung mit möglichst frischen Produkten. Was den geeigneten Speiseplan anbelangt, sind in den letzten Jahren Substanzen in den Vordergrund gerückt, die eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Behandlungsansätzen bieten könnten. Sie stammen aus der Welt der Pflanzen und haben es zum Teil in fundierte wissenschaftliche Studien geschafft, wo sie sich bisher wacker geschlagen haben.

Wir möchten Ihnen im folgenden einige Pflanzenstoffe vorstellen, die in Untersuchungen bereits vielversprechende Wirkungen gezeigt haben. Auch wenn noch keine abschließende Bewertung möglich ist, scheinen manche Substanzen doch das Potential zu haben, die Gefäße gründlich durchzuputzen. Und ganz am Ende des Beitrags finden Sie auch Tipps, wie man diese Pflanzenstoffe zu sich nehmen kann.

Schnellstraße für Sauerstoff und Nährstoffe

Zunächst ist es jedoch wichtig, sich die Bedeutung dieses raffinierten Systems aus zuführenden und ableitenden Strombahnen klarzumachen und zu verstehen, wie es überhaupt zu Gefäßschäden kommt.

Über die zahlreichen Leitungsbahnen, die unseren Körper durchziehen, machen wir uns in der Regel keine großen Gedanken. Dabei halten die Gefäße den gesamten Kreislauf im Fluss. Sie versorgen die Gewebe mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen, transportieren Botenstoffe von A nach B und sorgen damit für eine reibungslose Kommunikation innerhalb des Organismus.

Umso verheerender wirken sich Schäden, Lecks und Engpässe in unserem inneren Leitungssystem aus. Am Anfang dieses zerstörerischen Prozesses steht die Arteriosklerose, eine Verdickung und Verhärtung der Gefäße, die sich über Jahre entwickelt. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, die zum großen Teil vermeidbar bzw. zu beeinflussen sind. Vor allem Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte und ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) setzen den Gefäßen zu. Am meisten leiden sie jedoch unter einer langjährigen Vergiftung durch Zigarettenrauch.

Es lohnt sich immer, etwas zu tun

Es gibt aber auch gute Nachrichten: In jedem Stadium der Erkrankung lassen sich die angegriffenen Gefäße wenn auch nicht heilen, so doch stabilisieren. So kann verhindert werden, dass sie sich weiter verengen oder sich Teile der porösen Gefäßwand lösen und einen Infarkt (Gefäßverschluss) auslösen.

Das gelingt jedoch nur mit Ihrer Mithilfe. Wenn Sie unter Arteriosklerose, KHK (koronarer Herzkrankheit), Bluthochdruck, Diabetes oder einer Fettstoffwechselstörung leiden oder sogar bereits einen Herzinfarkt hinter sich haben, sollten Sie in Zukunft gut auf Ihre Gefäße aufpassen. Neben der genannten Umstellung der Ernährung und Lebensweise kommen viele Menschen mit entsprechenden Risiken um eine lebenslange Tabletteneinnahme nicht herum. Medikamente drosseln die Blutfette und verhindern, dass das Blut verklumpt. Zusätzlich können Wirkstoffe aus der Natur helfen, die Gefäße offen und geschmeidig zu halten. Wie das funktioniert? Lassen Sie sich auf eine kleine Reise in die Welt der Heilpflanzen entführen.

Resveratrol: Sind Rotweintrinker im Vorteil?

Die einen schwören auf die lebensverlängernde Wirkung des täglichen Gläschens, die anderen warnen vor den schädlichen Folgen des regelmäßigen Alkoholkonsums: Beim Wein scheiden sich die Geister bis heute. Während viele Rückschlüsse lediglich aus Beobachtungen möglich sind, die auch anders interpretiert werden könnten, gibt es doch ein paar harte Fakten zu dem mythenumrankten Inhaltsstoff, um den es beim Wein geht, dem Resveratrol.

Es findet sich vor allem in der Schale von roten Weintrauben, aber auch in verschiedenen Beeren und Erdnüssen. Für die Pflanzen ist es eine wichtige Substanz des Abwehrsystems, das sie vor Infektionen und schädlichen Umwelteinflüssen schützt. Da liegt die Vermutung nahe, dass sie auch für uns Menschen nicht ganz verkehrt sein dürfte.

Schutz vor Verkalkung und Verfettung

Und tatsächlich zeigte sich in vielen experimentellen Studien eine günstige Wirkung von Resveratrol insbesondere auf die Gefäße. Es schützt sie vor Verkalkung und unterstützt die Bildung des "guten" HDL-Cholesterins. Außerdem wirkt es insgesamt Entzündungsprozessen entgegen, durch die sämtliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen befeuert werden. Da es auch Zellen schützt und sie vor einem frühzeitigen Zelltod bewahrt, werden dem Resveratrol noch allerlei weitere Wirkungen nachgesagt, unter anderem gegen Krebserkrankungen.

Wie dem auch sei – viele der faszinierenden Effekte im Labor lassen sich nicht von der Hand weisen. Und auch im richtigen Leben scheint Resveratrol zu bestehen. Zahlreiche epidemiologische Studien der letzten 30 Jahre an großen Bevölkerungsgruppen legen nahe, dass ein maßvoller Konsum von Rotwein das Risiko reduziert, an Herzleiden, Schlaganfall oder Diabetes zu erkranken und damit auch die Sterblichkeit begrenzt. Sogar nach einem überstandenen Herzinfarkt profitierten betroffene passionierte, aber maßvolle Rotweintrinker. Alternativ gibt es Resveratrol auch als Nahrungsergänzungsmittel, teilweise sogar in eigens aufs Herz ausgerichteten Kombi-Präparaten.

Knallrot und prall gefüllt: Aroniabeeren

Es gibt noch eine Beere, die in Sachen Gefäßschutz einiges drauf hat: die Aroniabeere. Das Rosengewächs ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. An den hübschen Sträuchern reifen die je nach Sorte knallroten oder schwarzen Beeren in Hülle und Fülle heran und können im Spätsommer geerntet werden. Sie sind etwa einen halben bis einen Zentimeter groß und sehen aus wie kleine Äpfelchen. Daher werden sie auch Apfelbeeren genannt.

Was die Früchte zu Heilzwecken so interessant macht, sind die vielfältigen Inhaltsstoffe, die alle für sich wertvoll und in Kombination ein wahrer Supercocktail sind. Da wären zum einen die sekundären Pflanzenstoffe, die in Aronia enthalten sind. Für die Pflanzen sind diese Substanzen zwar nicht direkt lebensnotwendig, übernehmen jedoch wichtige Abwehr- und Schutzfunktionen.

Aronia: ein eifriger Radikalfänger

Und davon profitiert auch der Mensch. So dienen sekundäre Pflanzenstoffe beispielsweise als Radikalfänger. Freie Radikale fallen als Stoffwechselprodukte im Körper an und kommen auch als Schadstoffe in der Umwelt vor. Sie sind äußerst reaktionsfreudig und können, wie der Name schon vermuten lässt, im Körper erheblichen Schaden anrichten. Vor allem in großer Menge kommt der Organismus ihnen irgendwann nicht mehr bei. Bei der "Entschärfung" leisten die pflanzlichen Abwehrstoffe wichtige Dienste und schützen damit vor verschiedenen Erkrankungen, u.a. auch vor Arteriosklerose.

Aber damit nicht genug. So klein die Beeren auch sind, kommt doch einiges in ihnen unter. Zu den sekundären Pflanzenstoffen gesellen sich zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Insgesamt sind es an die 50 einzelne Substanzen, wie Analysen ergeben haben. Dieser reichhaltige Mix ist es, der für die günstigen Effekte auf Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin verantwortlich ist.

Grüner Tee: weit mehr als ein einfaches Aufgussgetränk

Grünen Tee kennen Sie vielleicht vom Chinesen oder Japaner. Oder Sie gehören zu den Menschen, die die geheimnisvolle Aufbrühzeremonie selbst zu Hause vollführen. So oder so schätzen Sie den Tee vermutlich als bekömmliches, anregendes, fein-herbes Heißgetränk. Aber wissen Sie auch, wie viele gesunde Inhaltsstoffe im Grüntee stecken?

Die Teeblätter enthalten eine Menge sogenannter Catechine, denen die Hauptwirkung zugeschrieben wird. Auch sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind ausgezeichnete Radikalfänger. Außerdem verleihen Sie dem Tee seinen typischen leicht bitteren Geschmack.

EGCG soll das Immunsystem stärken

Der wohl bekannteste Vertreter der Catechine ist EGCG (Epigallocatechingallat). Seit ein paar Jahren stürzt sich die Forschung regelrecht auf diesen Stoff, der zum Hoffnungsträger im Kampf gegen Alzheimer, Krebs und Diabetes geworden ist. Und tatsächlich bescheinigen zahlreiche Studien dem Pflanzenstoff eine ganze Palette an gesundheitsförderlichen Wirkungen.

Ganz allgemein scheint er Entzündungen einzudämmen und das Immunsystem zu stärken. Viele Versuche und Studien beschränken sich noch aufs Labor oder sind allenfalls tierexperimentell erprobt. Mittlerweile laufen aber auch gezielte klinische Studien, die die Wirkung am Menschen bei verschiedenen Erkrankungen untersuchen – mit durchaus vielversprechenden Ergebnissen.

Gut gegen Entzündungen und zu hohen Zucker: Quercetin

Ein weiterer Pflanzenstoff, der in vielen Obst- und Gemüsesorten (hauptsächlich in der Schale) enthalten ist, ist Quercetin. Vor allem Zwiebeln sind gute Lieferanten, aber auch Grünkohl und Salat. Beim Obst führen Äpfel die Liste an, gefolgt von Aprikosen und Birnen. Traubenschalen sind ebenfalls voll davon, weshalb Quercetin auch im Wein vorkommt, genau wie Resveratrol vornehmlich im Rotwein.

Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften machen Quercetin ebenfalls zu einem potentiellen Kandidaten gegen Gefäßschäden. Im Labor konnten die einzelnen Effekte bereits nachgewiesen werden. So hat man gesehen, dass Quercetin bestimmte Enzyme (Reaktionsbeschleuniger) hemmt, die Oxidationsprozesse befördern. Außerdem erhöht es die Insulinausschüttung und senkt den Blutzuckerspiegel.

Auch wenn die Wirkungen derzeit noch untersucht werden und sich vor allem außerhalb von sterilen Laborbedingungen am lebenden Organismus erst bewähren müssen, scheint die Substanz einiges bieten zu können. Und das nicht nur für das Herz-Kreislauf-System, sondern auch hinsichtlich anderer Erkrankungen wie Krebs oder Parkinson.

Steckt zuhauf im Frühstücksei: Cholin

Kommen wir schließlich zu einem letzten Nährstoff, den wir Ihnen vorstellen möchten, da auch er eine wichtige Rolle für Herz und Gefäße spielt. Cholin zählt zu den Vitaminoiden, ist also den Vitaminen ähnlich. Der Körper kann es zwar in geringen Mengen selbst herstellen, den Bedarf damit aber nicht decken. Wichtige Quellen, über die wir es von außen aufnehmen können, sind Eier (vor allem Eigelb), Hühnerfleisch und Leber. Aber auch Getreide, Sojaprodukte und Nüsse enthalten Cholin.

Cholin: ein wahrer Verwandlungskünstler

Von seiner chemischen Struktur her ein Alkohol sind vor allem die Reaktionsprodukte von Cholin für unseren Organismus wichtig. Im Nu wird aus Cholin Acetylcholin, ein Botenstoff des Nervensystems, ohne den weder unsere Muskeln noch die inneren Organe oder das Gehirn funktionieren würden. Mit anderen Worten: Ohne Acetylcholin ginge recht wenig im Körper.

Über eine andere Reaktion wird aus Cholin ein notwendiger Bestandteil von Biomembranen, also von Hüllen, die sämtliche Oberflächen und jede einzelne Zelle umgeben. Was Cholin speziell für die Gefäße interessant macht, ist außerdem seine regulierende Wirkung auf den Fettstoffwechsel. Darüber hinaus hält der Nährstoff eine bestimme Aminosäure, das Homocystein, in Schach, das in hohen Mengen den Blutgefäßen zusetzt und damit Arteriosklerose, Thrombosen und Infarkte begünstigt.

Wenn es mit den guten Vorsätzen hapert: Resveratrol, Aronia, Grüner Tee, Quercetin, Cholin in einem Rutsch

Wer sich ausgewogen ernährt, nimmt all die hier aufgeführten Substanzen und Nährstoffe in ausreichender Menge zu sich. Vor allem frisches Obst und Gemüse bieten über ihren hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen alles, was unser Körper braucht, um gesund zu bleiben.

Vielen Menschen fällt es aber trotz der guten Vorsätze schwer, alte Gewohnheiten über Bord zu werfen, von heute auf morgen mit dem Rauchen aufzuhören, sich mehr zu bewegen und besser zu ernähren. Eigentlich weiß man das ja alles und kann sich trotzdem nicht recht aufraffen. Vielleicht hilft Ihnen dann unterstützend eines der vielen Nahrungsergänzungsmittel mit den genannten Stoffen.

Es gibt sogar ein Produkt auf dem Markt (NaroCor), das die hier aufgeführten Pflanzenstoffe und einige weitere kombiniert und zu 100% auf ein gesundes Herz und gesunde Gefäße zugeschnitten ist. Bei Interesse lesen Sie hier mehr.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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