Was ist das Roemheld-Syndrom?

In Kurzform stecken hinter dieser Erkrankung Herzbeschwerden, die ihre Ursache im Magen haben. Das kann sich im schlimmsten Fall anfühlen wie eine schwere Angina pectoris oder ein Herzinfarkt, ist aber in Wirklichkeit vergleichsweise harmlos.

Auslöser sind oft starke Luftansammlungen im Magen und Darm. Die entstehen zum Beispiel durch zu hastiges Herunterschlingen seiner Speisen, durch übermäßige Mengen oder auch durch zu viel blähende Nahrungsmittel. Was sich weiter unten als Blähungen bemerkbar macht, kann bei einigen Menschen auch aufs Herz schlagen. Man nimmt an, dass sich bei den Betroffenen der überblähte Magen so weit nach oben ausdehnt, dass das Zwerchfell hochgedrückt wird und der entstehende Druck aufs Herz dann zu reflektorischen Beschwerden führt.

Typische Symptome des Roemheld-Syndroms sind:

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  • Herzrasen, mitunter auch Herzrhythmusstörungen
  • mitunter auch Herzschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Schnapp-Atmung
  • Angstgefühle (verstärkt durch die Furcht vor einem Herzinfarkt)
  • selten: Schwindel bis hin zur kurzen Ohnmacht

Oft genügt schon eine bessere Ernährung

Die Behandlung ist zum Glück meist unkompliziert. Oft genügt eine Ernährungsumstellung. Also weniger blähende Speisen, ruhigeres Essen, geringere Mengen. Außerdem auch Bewegung und Abbau von Übergewicht. Liegen tatsächlich funktionelle Störungen im Magen-Darm-Transport vor, müssen die natürlich beseitigt werden. Aber das ist eher die Ausnahme. Im akuten Stadium helfen Kümmeltee, Fencheltee oder Anti-Blähungs-Mittel (Wirkstoff: Dimeticon).

Seinen Namen hat dieser Beschwerdekomplex übrigens von einem Internisten aus der Nähe von Heilbronn. Der hieß Ludwig von Roemheld und beschrieb das Phänomen Anfang des letzten Jahrhunderts als Erster.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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