Warum ist die Kur nach einem Herzinfarkt so wichtig?

Nach einem überstandenen Herzinfarkt verordnen die meisten Krankenhäuser eine sogenannte Anschlussheilbehandlung. Auf deutsch: eine Kur. Sie dauert in der Regel 3 Wochen und wird sowohl ambulant (man kann abends nach hause) als auch stationär (man bleibt in der Kurklinik) angeboten.

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Wenn man sich vor Augen führt, worum es dabei geht, ist die stationäre Variante möglicherweise die bessere. Denn neben der notwendigen Erholung und dem Kräftesammeln geht es hier auch darum, das Leben nach dem Herzinfarkt zu "erlernen". Und wer nach einem Infarkt ein paar Wochen Pause einlegt und dann so weiter macht wie zuvor, der steuert zielsicher auf den nächsten Herzinfarkt zu.

Training für den Körper, aber auch für die Lebensgestaltung

In den drei Wochen der Anschlussheilbehandlung wird neben körperlichem Aufbautraining (Krankengymnastik, leichtere sportliche Übungen) und der Gewöhnung an die neuen Medikamente vor allem auch eine Art Alltagstraining durchgeführt. Es geht darum, wirklich zu lernen (also nicht nur einmal zu hören und dann zu vergessen), wie man nach dem Kuraufenthalt sein Leben organisieren sollte, um die Gefahr eines erneuten Herzinfarkts zu minimieren. Dazu gehören Schulungsmaßnahmen in Sachen Ernährung, Bewegung, Medikamente, Rauchverzicht und auch Stressabbau.

Eine solche Lebensstil-Schulung gelingt im Rahmen einer Kur in der Regel naturgemäß deutlich besser als zuhause. Es kann sogar sinnvoll sein, auch danach noch eine sogenannte Herzschule aufzusuchen oder sich einer Herzsportgruppe anzuschließen. Klingt vielleicht zunächst alles etwas befremdlich und wenig attraktiv. Aber wenn Sie das ganze Thema ernst nehmen, werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit länger leben.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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