Warum sind beim Herzinfarkt einige Blutwerte so charakteristisch erhöht?

Die sogenannten Biomarker für einen Herzinfarkt wie Troponin, Kreatininkinase (CK, CK-MB) oder Lactatdehydrogenase (LDH) sind Enzyme oder Eiweiße, die aus den absterbenden Herzmuskelzellen freigesetzt werden.

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Deswegen sind deren Blutwerte nach einem Infarkt typischerweise erhöht. Aus den Blutwerten dieser verschiedenen Biomarker lassen sich Rückschlüsse auf das Ausmaß der Schädigung und auf die Behandlung ziehen.

Herzzellen sterben ab

Der Herzmuskel besteht aus vielen einzelnen Zellen, die alle eine besondere Aufgabe haben und  dafür sorgen, dass sich Ihr Herz circa 50 bis 100 mal pro Minute zusammenzieht und regelmäßig schlägt. Die Zellen werden von drei Herzkranzgefäßen mit frischem, sauerstoffreichem Blut und Nährstoffen versorgt.

Verkalken die Gefäße mit der Zeit oder verschließen sich ein oder mehrere von ihnen komplett, reichen Durchblutung und Sauerstoffversorgung unter Umständen nicht mehr aus. Im schlimmsten Fall gelangt kein Blut mehr zu den Zellen, und sie sterben ab. Dabei treten Inhaltsstoffe wie Eiweiße oder Enzyme in die Blutbahn über, zu denen Troponin, Kreatininkinase (CK und CK-MB) und Laktatdehydrogenase (LDH) zählen.

Untereinheiten nur fürs Herz

Prinzipiell werden sowohl Troponin als auch CK/CK-MB und LDH in Untereinheiten eingeteilt. Einige dieser Subtypen kommen nur in Herzmuskelzellen vor, andere hingegen ebenfalls in Körpermuskelzellen. Für das Troponin gibt es inzwischen ausgetüftelte Analysetests, die ausschließlich kardiale, also herzspezifische Subgruppen wie das hochsensitive Troponin (hsTn) untersuchen. Ein Anstieg dieses Wertes bedeutet, dass ein Zellschaden im Herzen vorliegt.

Auch bei der Kreatininkinase differenzieren Mediziner einen allgemeinen Muskelanteil (CK) von einem herzeigenen Teil (CK-MB). Eine Zunahme von CK-MB im Blut spricht dabei für einen Untergang von Herzzellen. Im Vergleich zu den hochsensitiven Troponinen hat dieser Wert jedoch ein wenig an Bedeutung verloren. Die Analyse der LDH wird in der Regel nicht in ihre Subtypen gegliedert. Ein Anstieg im Blut ist somit eher unspezifisch.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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