Herzinfarkt: Warum ist das EKG in der Akut-Diagnostik so wichtig?

Wenn Mediziner einen Herzinfarkt vermuten, schreiben sie schnellstmöglich ein EKG. Damit lässt sich der Verdacht erhärten oder entkräften.

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Anhand des EKGs können Ärzte verschiedene Infarktformen unterscheiden, von denen einige so schwer sein können, dass sie innerhalb weniger Stunden mit einer Herzkatheteruntersuchung behandelt werden müssen. Außerdem können sie andere Probleme wie Rhythmusstörungen als Ursache der Beschwerden ausschließen.

EKG unauffällig oder deutlich verändert

Das EKG kann dabei vielerlei zeigen: Es gibt Herzinfarkte, die ohne jegliche EKG-Veränderungen einhergehen, bei denen Betroffene aber ganz klassische Beschwerden schildern und erst erhöhte Herzwerte im Blut den Infarkt tatsächlich bestätigen. Daneben gibt es Infarkte, bei denen akut ein oder mehrere Herzkranzgefäße komplett verschlossen sind. Mediziner sprechen von einem Hebungsinfarkt. In der EKG-Linie ist dabei ein Teil deutlich nach oben verschoben.

Das betroffene Gefäß muss dann schnellstmöglich wieder eröffnet werden, damit der von ihm versorgte Herzmuskelbereich nicht abstirbt. In der Regel erfolgt dies mit einer Herzkatheteruntersuchung. Neben der Bestimmung des Infarkts nutzt der Arzt ein EKG auch, um begleitende, unter Umständen schwerwiegende Rhythmusstörungen zu entdecken oder ausschließen zu können.

Oberste Priorität

Das EKG ist die wichtigste und erste Untersuchung, die Ärzte bei Brustschmerzen und anderen Herzbeschwerden mit Verdacht auf Herzinfarkt durchführen. Es entscheidet über den weiteren Behandlungsweg und darüber, wie schnell er eingeleitet werden muss. Auch auf dem Notarztwagen wird daher direkt ein EKG geschrieben und bei Bedarf eine Klinik angefahren, die einen Infarkt adäquat versorgen kann.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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