Herzinfarkt: Was ist ein NSTEMI-Infarkt?

Ein NSTEMI-Infarkt ist ein Herzinfarkt mit einer Besonderheit im EKG. Der Befund NSTEMI hat aber zugleich auch Auswirkungen auf die Behandlung und auf die Prognose.

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Um das zu erklären, müssen wir etwas tiefer in das Thema einsteigen. Um sicherzugehen, dass es sich bei den typischen Herzinfarkt-Symptomen wirklich um einen Herzinfarkt handelt, wird noch im Akutstadium immer ein EKG gemacht. Typisch für einen Herzinfarkt ist dabei die Anhebung einer bestimmten Linie im EKG: die Rede ist von der sogenannten ST-Strecke. Das ist die etwas flachere Linie, die direkt hinter den großen Zacken folgt.

NSTEMI im EKG oft ein gutes Zeichen

Manchmal steigt diese ST-Strecke aber auch nicht an, obwohl ein Infarkt vorliegt. Das heißt dann im Mediziner-Kauderwelsch NSTEMI (Non-ST-Elevation-Mycardial-Infarction, also platt übersetzt Nicht-ST-Anhebung-Herzinfarkt).

Ein NSTEMI-Infarkt ist in zweierlei Weise speziell. Zum einen ist er wegen seiner EKG-Besonderheit schwieriger zu diagnostizieren. Um die Diagnose zu sichern, müssen dann immer noch bestimmte Blutwerte in Relation dazu betrachtet werden. Zum anderen, und das ist wichtiger, deutet das Nicht-Anheben der ST-Strecke auf einen nicht so ausgeprägten Herzinfarkt hin.

Das hat auch Auswirkungen auf die Akutbehandlung. So ist die Ballon-Erweiterung des verstopften Blutgefäßes hier nicht unbedingt von Nutzen und auch eine medikamentöse Pfropf-Auflösung (Lyse-Therapie) ist hier untersagt. Stattdessen wird eine sofort einsetzende antithrombotische Behandlung mit ASS, Clopidogrel und Heparin empfohlen. Innerhalb der ersten zwei Tage sollte die Diagnose außerdem durch eine Herzkatheter-Untersuchung bestätigt werden.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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