Was ist eine Bypass-Operation am Herzen?

Bei einer Bypass-Operation wird eine Umleitung um ein verstopftes Blutgefäß gebaut. Statt also die Verengung auszudehnen und mit einem kleinen Gerüst zu stützen (Stent-Operation, PTCA) wird beim Bypass der Blutstrom um die Engstelle herumgeführt. Dafür entnimmt man von einer anderen Körperstelle ein Stück Arterie oder Vene und setzt dieses Gefäß am Herzen als Umgehungskreislauf wieder ein.

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Überlebensrate liegt bei 99%

Eine Bypass-Operation ist zwar für erfahrene Herzchirurgen Routine, gleichwohl handelt es sich um einen schweren Eingriff. In der Regel wird am offenen Herzen operiert, eine Herz-Lungen-Maschine übernimmt während des Eingriffs die Versorgung des Körpers. Das für den Bypass verwendete Blutgefäß wird entweder direkt aus dem benachbarten Brustraum entnommen (eine der Brustwandarterien) oder von einer weiter entfernten Körperregion, zum Beispiel dem Bein. Dann muss das Gefäß noch zurechtgeschnitten und danach an das verstopfte Herzkranzgefäß angenäht werden (vor und hinter der Engstelle).

Eine Bypass-Operation ist nicht risikolos, so kann es während des Eingriffs zu einem weiteren Herzinfarkt oder durch losgelöste Blutgerinnsel zu einem Schlaganfall kommen. Das ist zwar während der Operation einfacher zu kontrollieren als außerhalb der Klinik. Dennoch besteht bei einer Bypass-Operation ein Sterberisiko von 1%. Allerdings muss man sich dabei immer klar machen, dass ohne eine Reparatur des verstopften Blutgefäßes die Lebensgefahr noch weitaus höher ist.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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