Was kann ich gegen die Depression nach einem Herzinfarkt tun?

Ein Herzinfarkt ist ein einschneidendes Ereignis in Ihrem Leben. Nicht selten folgen eine Zeit lang depressive Verstimmungen oder auch Angstgedanken.

Die Angst beim Herzinfarkt

Ihr Herz ist ein kräftiger Muskel, der gut versorgt werden muss. Über drei Herzkranzgefäße und ihre Ausläufer erhält er mit dem Blut Nährstoffe und Sauerstoff. Bei einem Herzinfarkt verschließen sich eines oder mehrere dieser Gefäße. Wenn dies akut passiert, verspüren Betroffene Brustschmerzen, ein Engegefühl, Übelkeit oder Luftnot.

Zusätzlich tritt häufig ein Gefühl von Todesangst auf. Die Beschwerden und auch die Angst hören in der Regel auf, sobald die Ärzte das verschlossene Gefäß wieder öffnen konnten.

Sie sind nicht alleine

Nach einem Herzinfarkt reagieren einige Menschen mit depressiven Gedanken und Symptomen. Das ist durchaus keine Seltenheit. 20-50% der Betroffenen entwickeln derartige Beschwerden. Sie sind somit nicht alleine. Bei den meisten verbessert sich die Stimmung nach ein bis zwei Wochen wieder. Jeder fünfte (15-20%) hat jedoch für eine längere Zeit weiterhin Beschwerden. Besonders Frauen, die jünger als 60 Jahre alt sind, sind stärker gefährdet.

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Die depressiven Gedanken können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Sie leiden unter Niedergeschlagenheit, Hoffnungs- und Antriebslosigkeit oder Mattigkeit. Auch Angstgedanken können auftreten.

Selbstfürsorge ist wichtig

Psychische und organische Leiden bedingen sich oft gegenseitig. So kann psychosozialer Stress Probleme an den Herzgefäßen auslösen und das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen. Gleichzeitig führt die Krankheit selbst zu depressiven Beschwerden – ein Teufelskreis.

Die Psyche kann durch das Gefühl eines drohenden Herztodes ganz schön belastet werden und tatsächlich einen negativen Einfluss auf die weitere Prognose haben. Menschen mit depressiven Verstimmung und Angststörungen nach einem Herzinfarkt haben tatsächlich ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Ereignis.

Der genaue Mechanismus dahinter ist nicht sicher erforscht. Vielleicht spielt auch mangelnde Selbstfürsorge eine Rolle. Nehmen Sie daher weiter am Rehasport teil, achten Sie auf eine gesunde Ernährung, Nikotinverzicht, regelmäßige Medikamenteneinnahme und Ihre Nachsorgetermine.

Herz und Seele behandeln

Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung und hat nichts mit vorübergehender Verstimmung oder schlechter Laune zu tun. Depressive Beschwerden müssen genauso wie organische Erkrankungen behandelt werden. Dabei kommen psychotherapeutische Verfahren oder auch Medikamente zum Einsatz. Wenn Antidepressiva verschrieben werden, muss darauf geachtet werden, dass sich das Arzneimittel mit Ihrem Herzproblem verträgt. Daher kontrolliert Ihr Arzt in der Regel zusätzlich regelmäßig das EKG.

Sollten Sie unter depressiven Beschwerden und Symptomen nach einem Herzinfarkt leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was sie gemeinsam dagegen tun können.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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