Warum können sich bei Vorhofflimmern in den Herzkammern leichter Blutgerinnsel bilden?

Genau genommen bilden sich die Blutgerinnsel bei Vorhofflimmern vor allem in den Herzvorhöfen. Von dort können sie dann in die Herzkammer wandern und von dort in die Blutbahn. Dann droht im schlimmsten Fall ein Schlaganfall.

Erst ein Stau, dann das Gerinnsel

Dass sich bei Vorhofflimmern überhaupt Blutgerinnsel bilden, liegt daran, dass das Blut nicht mehr so, wie es sollte, durch das Herz fließt. Es bilden sich Staus und Wirbel, die gerinnen können. Denn bei Vorhofflimmern ist es ja so, dass das Herz nicht 60-100mal pro Minute schlägt, sondern oft über 300mal. Eine Störung der Erregungsleitung ist daran schuld. Da das Herz so schnell gar nicht schlagen kann, kommt es in den Vorhöfen zu unkoordinierten Muskelbewegungen. Eine normale Pumpbewegung des Herzens ist nicht mehr möglich, das Blut staut sich zurück.

Die bei Vorhofflimmern drohenden Blutgerinnsel nennt man auch Thromben. Werden sie in Richtung Hirnarterien geschwemmt, können sie dort ein kleineres Gefäß verstopfen – die typische Ursache eines Schlaganfalls. Um dieses Risiko zu minimieren, werden bei Vorhofflimmern nahezu immer blutverdünnende Medikamente gegeben.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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