Wodurch wird das Risiko für Vorhofflimmern erhöht?

Verschiedene Faktoren begünstigen die Entwicklung von Vorhofflimmern. Dies sind Vergrößerungen, Überdehnungen und Veränderungen der Struktur der Herz-Vorhöfe, etwa als Folge von Herzklappenerkrankungen.

Vorhofflimmern gehört zu den gutartigen Herzrhythmusstörungen. Es ist häufig und tritt mit zunehmendem Alter vermehrt auf. In der Gruppe der 50- bis 60-jährigen hat von 100 Menschen einer ein Vorhofflimmern. In der Altersgruppe ab 70 Jahren trifft es bereits 10 von 100. Sie sind somit nicht alleine.

Ein Herz aus dem Takt

Im Herzen befindet sich ein winzig kleines Gebiet, das regelmäßig den Herzschlag auslöst. Beim Vorhofflimmern kommen jedoch zusätzliche Signale aus einer kleinen Kammer der linken Herzseite (linker Vorhof). Dadurch gerät der Herzrhythmus durcheinander.

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Problematisch kann dies werden, wenn der Herzschlag viel zu schnell oder viel zu langsam wird und darunter die Pumpkraft des Herzens oder der Kreislauf leidet. Liegen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel ein früherer Schlaganfall, ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), ein Bluthochdruck oder ein Herzinfarkt vor, so steigt zudem das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. In einem solchen Fall muss dann neben der Einstellung des Pulses je nach Risiko auch eine Blutverdünnung erfolgen.

Bunter Strauß an Risikofaktoren

Neben dem Alter gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die ein Vorhofflimmern auslösen. Da die Rhythmusstörung ihren Ursprung im linken Vorhof des Herzens hat und die Mitralklappe (eine der vier Herzklappen) direkt an ihn angrenzt, kann jede Erkrankung oder Veränderung an dieser Klappe ein Vorhofflimmern begünstigen.

Auch die koronare Herzkrankheit (verkalkte Herzkranzgefäße), ein Herzinfarkt, eine Herzschwäche, eine Herzoperationen, eine Lungenembolie oder eine Lungenentzündung können ein Vorhofflimmern auslösen. Ebenso bringen verschiedene Arzneimittel wie Schilddrüsenmedikamente, Asthmasprays oder Theophyllin gelegentlich bei zu hoher Dosierung den Rhythmus durcheinander.

Vom Holiday-Heart-Syndrom sprechen die Mediziner, wenn durch starken Alkoholkonsum ein Vorhofflimmern auftritt. Größere Mengen begünstigen diese Rhythmusstörung.

Manchmal gibt es auch Situationen, in denen kein Grund gefunden wird. Wenn bei Ihnen ein Vorhofflimmern bekannt ist oder Sie immer wieder Episoden von länger anhaltendem Herzrasen haben, so sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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