Tritt Vorhofflimmern durchgehend oder nur manchmal auf?

Es gibt drei verschiedene Formen des Vorhofflimmerns:

  • Das Vorhofflimmern tritt anfallsartig auf und kann bis zu 48 Stunden anhalten.
  • Das Vorhofflimmern besteht durchgehend. Ein normaler Rhythmus, der vom Sinusknoten ausgeht, lässt sich aber mit Medikamenten oder einem Elektroschock (Kardioversion) wieder herstellen.
  • Das Vorhofflimmern besteht durchgehend und lässt sich trotz Intervention nicht in den normalen Sinusrhythmus überführen.

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Rhythmusstörungen. Mit dem Alter nimmt das Risiko zu. So hat bei Menschen um die 50 Jahre eine von hundert Personen ein Vorhofflimmern, bei den über 70-Jährigen betrifft es schon 15 von 100 Menschen. Dabei kann sich die Rhythmusstörung ganz unterschiedlich äußern.

Kommandozellen im linken Vorhof

Während im "Normalfall" ein Gebiet besonderer Taktgeberzellen im rechten Vorhof, der sogenannte Sinusknoten, Rhythmus und Puls angibt, übernehmen beim Vorhofflimmern hyperaktive Zellen aus dem linken Vorhof das Kommando.

Sie schicken ihre Signale in unregelmäßigen Abschnitten und schneller als der Sinusknoten los. Je nachdem, in welchem Tempo die Signale auf die Hauptkammern weitergeleitet werden, schlägt das Herz mit normalem, schnellem oder langsamen Puls. Die unregelmäßige Abfolge von Herzschlägen ist typisch für das Vorhofflimmern.

Kurz- und langanhaltendes Herzrasen

Die Rhythmusstörung kann dabei manchmal oder durchgehend auftreten. Mediziner unterscheiden verschiedene Formen von Vorhofflimmern. Die Einteilung in die einzelnen Gruppen erfolgt abhängig davon, wie lange die Rhythmusstörung anhält und ob sie spontan oder mit Hilfe von Arzneimitteln oder Elektroschock zumindest zeitweise wieder in den normalen Rhythmus umspringt.

Im Detail

Genau genommen lassen sich sogar vier unterschiedliche Arten von Vorhofflimmern voneinander abgrenzen:

  • paroxysmales Vorhofflimmern
  • persistierendes Vorhofflimmern
  • lang anhaltendes persistierendes Vorhofflimmern
  • permanentes Vorhofflimmern

Beim paroxysmales Vorhofflimmern handelt es sich um sehr kurz auftretendes Herzrasen. Nach spätestens 48 Stunden wechselt der Rhythmus von alleine wieder in den regulären Sinusrhythmus.

Von persistierendem Vorhofflimmern sprechen Ärzte, wenn die Rhythmusstörung länger als 7 Tage anhält, mit Medikamenten oder elektrischer Kardioversion (leichtem Schock) aber prinzipiell ein normaler Rhythmus wiederhergestellt werden kann. Sie unterscheiden vom persistierenden Vorhofflimmern ein lang anhaltendes persistierendes Vorhofflimmern, das über ein Jahr lang andauert und ebenfalls noch behandelbar ist.

Permanentes Vorhofflimmern hingegen bedeutet, dass die Rhythmusstörung durchgehend besteht und nicht mehr in einen normalen Takt überführt werden kann oder soll.

Flimmerdauer, Blutverdünnung und Lebenserwartung

Bei Vorhofflimmern müssen Sie, abhängig von einigen Risikofaktoren – dazu zählen unter anderem Ihr Alter, Vorerkrankungen und frühere Schlaganfälle – blutverdünnende Medikamente einnehmen. Dabei spielt es in der Regel keine Rolle, ob das Vorhofflimmern dauerhaft im EKG nachzuweisen ist oder nur kurz auftritt.

Zudem ist es wichtig, dass die Herzfrequenz gut eingestellt ist. Ihr Herz sollte dauerhaft weder zu schnell noch zu langsam schlagen. Solange es gesund ist und gut schlägt, ist die Lebenserwartung durch das Vorhofflimmern selbst nicht reduziert.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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Kommentare (1)
Vorhofflimmern
1 Dienstag, den 27. November 2018 um 13:09 Uhr
Elisabeth Schütrumpf
Ich habe permanentes Vorhofflimmern, das mit Medikamenten behandelt wird. Ich hatte mittlerweile 6 Kardioversionen und 2 Ablationen. Die erste mit einer Dauer von 4 Stunden, die zweite mit einer Dauer von 6 Stunden. Beide habe ich wegen der Katheter in äußerst schlechter Erinnerung. Die erste Ablation hat ein halbes Jahr den Rhythmus stabil gehalten, die zweite gar nicht. Die war völlig umsonst! Gibt es noch eine Möglichkeit, den Rhythmus zu stabilisieren? MfG - Elisabeth Schütrumpf
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