Vorhofflimmern und hohes Schlaganfallrisiko: Wie hoch soll der INR-Wert sein?

Die Gefahr eines Schlaganfalls ist bei Vorhofflimmern vor allem dann deutlich erhöht, wenn die Rhythmusstörung konstant besteht (persistierendes Vorhofflimmern, im Gegensatz zum paroxysmalen Vorhofflimmern, dass von allein auch immer wieder verschwindet) und weitere Risikofaktoren vorliegen. Also zum Beispiel Bluthochdruck oder ein Herzleiden. Auch ein Alter über 75 Jahre gilt als Risikofaktor.

In diesen Fällen empfehlen Experten eine Behandlung mit einem Blutverdünner (orale Antikoagulation). Mit der Einnahme solcher Mittel (z.B. Marcumar®) soll verhindert werden, dass sich Blutgerinnsel im Herzen bilden, die in eines der Hirngefäße gespült werden könnten. Als Zielwert gilt in diesen Fällen ein INR von 2,0-3,0. Der INR-Normwert liegt bei 1,0, das Blut soll also deutlich "dünner" sein.

Wird das Schlaganfall-Risiko geringer eingeschätzt (jüngeres Alter, kein Bluthochdruck oder Herzleiden), genügt eine Blutgerinnungshemmung mit Acetylsalicylsäure (ASS).

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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