Können Entwässerungstabletten (Diuretika) für den Kaliummangel verantwortlich sein?

Ja, Entwässerungstabletten (Diuretika) sind häufiger Ursache eines Kaliummangels und dadurch unter Umständen auch von Herzrhythmusstörungen. Allerdings gilt das nicht für alle Diuretika. Einige jedoch erhöhen die Kaliumausscheidung über die Nieren.

Diuretika entziehen Wasser und Kalium

Verschiedene Wassertabletten sind auf dem Markt erhältlich, darunter die häufig verschriebenen Schleifendiuretika Furosemid und Torasemid. Sie setzen an den Nieren an und führen dort zu einer vermehrten Ausscheidung von Flüssigkeit, aber auch von Salzen wie Natrium und Kalium.

Bei Menschen zum Beispiel mit einer Herzschwäche und Überwässerung können hohe Dosen an Diuretika notwendig werden, um dem Körper überschüssiges Wasser zu entziehen. Hierbei geht oft auch Kalium verloren. Viele Betroffene bringen mit einer Herzkrankheit bereits eine Neigung zu Rhythmusstörungen mit. Durch das niedrige Kalium können in diesen Fällen ermehrt Extrasystolen (Extraschläge) und andere Rhythmusprobleme wie Tachykardien (Herzrasen) auftreten. Mediziner gleichen den Verlust dann mit entsprechenden Brausetabletten oder gegebenenfalls Infusionen in der Regel wieder aus.

Blutuntersuchung zeigt Kaliummangel an

Prinzipiell kann bei niedrigeren Dosierungen von Wassertabletten im Rahmen einer Blutdrucktherapie ebenfalls ein Kaliummangel auftreten. Oft ist die Abweichung nach unten aber nicht so stark ausgeprägt. Auch hier helfen Brausetabletten. Sie sollten jedoch immer nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Regelmäßige Blutkontrollen sind meist notwendig.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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