Kann es bei der Katheterablation zu schweren Komplikationen kommen?

Ja, allerdings ist das nur selten der Fall. Die Katheterablation ist ein schonendes Verfahren, und schwere Komplikationen sind normalerweise nicht zu erwarten. Aber ausschließen kann man es eben auch nicht.

Als mögliche schwere Komplikationen sind zu nennen:

  • An der heißen Spitze des Ablationskatheters können sich Blutgerinnsel bilden, die theoretisch in die Hirnarterien verschleppt werden können. Die Folge wäre ein Herzinfarkt. Um dies zu verhindern, erhalten die Betroffenen eine medikamentöse Blutverdünnung während des Eingriffs. Der Blutgerinnungswert wird während des Eingriffs regelmäßig überprüft. Das Risiko dieser Komplikation beträgt etwa 1%.
  • Bei der Anwendung des Hochfrequenzstroms in den Lungenvenen können sich diese in den folgenden Wochen oder Monaten verengen oder sogar verschließen. Dieses Risiko liegt bei weniger als 1%. Symptome, die auf diese Komplikation hindeuten, können belastungsabhängige Atemnot, Husten, Bluthusten oder gehäufte Lungenentzündungen sein.
  • An der Hinterwand des linken Vorhofs befindet sich die Speiseröhre. Hier kann sich - allerdings sehr selten - eine Fistel bilden. Die Fistel stellt eine Verbindung zwischen Speisröhre und linkem Vorhof dar. Durch diese Verbindung kann Luft in den linken Vorhof gelangen, was zu schweren Folgen führen kann. Dieses Risiko beträgt jedoch nur 0,01 bis 0,02%.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Katheterablation & Elektrophysiologische Untersuchung

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Kommentare (1)
Probleme nach Herzkatheterablation
1 Dienstag, den 06. Februar 2018 um 10:30 Uhr
Thomas Chluba
Habe vor genau 3 Wochen eine EPU gemacht bekommen.
Leider habe ich 3 Tage später ein Aneurysma in der Arterie bekommen, das aber geschlossen werden konnte. Es wurde quasi mit dem Kopf eines Ultraschallgerätes " glatt gebügelt". Eine äußerst schmerzhafte Behandlung. Ich war froh, als es vorbei war.
Leider waren 2 Tage später Geräusche in meiner linken Leiste, die da nicht hätten sein sollen. Nach einer weiteren Ultraschallbehandlung wurde mir dann mitgeteilt, dass ich eine arteriell-venöse Fistel hätte. Dies sei eine Verbindung zwischen Arterie und Vene, die sich eventuell lösen könnte. Bei mir sei das aber sehr unwahrscheinlich, da ich ja seit über 1 Jahr Marcumar einnehme.
Man müsste dies also chirurgisch behandeln.
In einem 30-minütigem Eingriff wurden die Gefäße getrennt und jeweils vernäht. Das ist nun 7 Tage her. Soweit ja ganz gut. Das Problem ist jetzt, dass ich eine komplett taube Innenfläche des Oberschenkels habe. Der Arzt meinte, das könnte schon einige Wochen dauern.
Hat jemand Erfahrung, und kann mir da weitere Auskunft erteilen.
Danke für jegliche Information
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