Welche Untersuchungen sind vor einer Herzklappenoperation erforderlich?

Vor einer Operation an den Herzklappen sind umfangreiche Untersuchungen erforderlich; einerseits muss neben der genauen Diagnose der Herzklappe, an der operiert werden soll, auch geprüft werden, ob weitere Herzerkrankungen vorliegen. Andererseits muss genau untersucht werden, welche Begleiterkrankungen eine Operation beeinflussen würden.

Ultraschalluntersuchung: immer erforderlich

In der Regel wird die Diagnose einer Herzklappenerkrankung heute mit einer Ultraschalluntersuchung, also einer Echokardiographie gestellt. Meist reicht eine transthorakale Echokardiographie, also eine Ultraschalluntersuchung, bei der durch den Brustkorb die Herzklappen, die Herzkammern und der Blutfluss direkt auf dem Monitor beurteilt werden können. Unter Umständen muss diese Untersuchung auch unter Belastung durchgeführt werden, um z.B. zu prüfen, ob eine Undichtigkeit der Mitralklappe durch einen höheren Widerstand in den Blutgefäßen unter Belastung zunimmt. Nur selten muss vor einer Herzklappenoperation eine transösophageale Echokardiographie, also eine Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre, bei der eine Sonde wie bei einer Magenspiegelung eingeführt wird, erfolgen. Sie kann bei hinten liegenden Strukturen wie z.B. dem linken Vorhof erforderlich sein.

Weitere Untersuchungen

Immer wird ein EKG durchgeführt. Bei bestimmten Erkrankungen oder Hinweisen auf eine Durchblutungsstörung kann auch ein Belastungs-EKG nötig sein und, je nach Ausgang dieser Untersuchung, auch eine Herzkatheter-Untersuchung, um Engstellen an den Herzkranzgefäßen aufzudecken. Für die allgemeine Operationsvorbereitung ist meist auch eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs und in der Regel auch eine Lungenfunktionsprüfung erforderlich. Weil es bei ungefähr einem Viertel der Operationen auch zu Blutübertragungen kommt muss auch immer einer Blutgruppenbestimmung sowie weitere Blutuntersuchungen erfolgen.

Dr. med. Sven Meyer

Anzeigen