Welche Medikamente muss ich nach einer Herzklappen-Operation einnehmen?

Welche Medikamente Sie nach einer Herzoperation einnehmen müssen, hängt von der Art der Herzklappenerkrankung und vom durchgeführten Eingriff ab. In den ersten Tagen, bis Sie vollständig mobilisiert sind, erhalten Sie in der Regel Heparin als Spritze in das Unterhautfettgewebe, manchmal auch als Dauerinfusion über einen Venenkatheter.

Marcumar heute seltener

Marcumar ist heute im Gegensatz zu früher nicht mehr bei jeder Herzklappenoperation erforderlich, weil mittlerweile die meisten Patienten biologische Herzklappen erhalten. Das liegt einerseits daran, dass die Patienten immer älter werden, andererseits daran, dass die biologischen Herzklappen immer länger halten. Außerdem besteht bereits heute vielfach die Möglichkeit, dass ein Zweiteingriff an einer Herzklappen mit einem Herzkatheter durchgeführt werden kann. Manche biologische Herzklappen erfordern aber auch heute noch eine vorübergehende Gabe von Marcumar für z.B. 6 Wochen, bis die Filzanteile des Klappenringes, die zur Verankerung benötigt werden, mit einer Gefäßhaut überwachsen sind. Außerdem kann Marcumar auch zur Behandlung von Vorhofflimmern nötig sein.

Weitere Medikamente

Andere Herzmedikamente sind erforderlich, wenn auch weitere Herzerkrankungen vorlagen oder sogar mitbehandelt wurden. Beispielsweise müssen Sie Aspirin einnehmen, wenn Sie Erkrankungen an der Herzkranzgefäßen haben. Blutdrucksenker sind nötig, wenn Sie an erhöhtem Blutdruck leiden. Bei manchen Herzklappenoperationen ist das Herz direkt nach der Operation noch geschwächt, sodass der Blutdruck gesenkt werden muss, damit das Herz nicht zu viel Arbeit leisten muss.

Wenn Sie außer der Herzklappenerkrankung vor der Operation gesund waren, hinterher einen normalen Herzrhythmus haben und keine mechanische Herzklappe bekommen haben, haben Sie gute Chancen, nach der Operation nicht dauerhaft Medikamente einnehmen zu müssen. Sie müssen aber lebenslang auf eine Endokarditis-Prophylaxe achten, also ein Antibiotikum einnehmen, wenn ein Eingriff unter nicht ganz sauberen Bedingungen durchgeführt werden muss, also z.B. ein Eingriff am Dickdarm.

Dr. med. Sven Meyer

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