Wann ist eine herkömmliche Klappenoperation sinnvoller als ein TAVI?

Ein TAVI ist ein junges Verfahren, für das noch keine Langzeitergebnisse vorliegen. Hinter dem Akronym TAVI steht „Transcatheter aortic valve implantation“, übersetzt kathetergestützte Aortenklappen-Implantation - also das Aufweiten einer verengten Aortenklappe über einen Herzkatheter und das Einführen einer biologischen Herzklappenprothese.

Nur bei Risikopatienten

Bei allen Patienten, für die eine normale Herzoperation kein hohes Risiko darstellt, sollte wegen der noch geringen Erfahrungswerte ein Ersatz der Aortenklappe mit der Herz-Lungen-Maschine erfolgen.

Gleiches gilt für sehr junge Patienten, weil wegen des begrenzten Durchmessers der Blutgefäße und der Kanülen, die in die Leistenarterie oder die Herzspitze eingeführt werden, zur Zeit nur biologische Klappen eingesetzt werden können. Diese haben weiterhin aber eine begrenzte Lebensdauer von 8 bis 12 Jahren, sodass bei jungen Patienten eine erneute Operation nach dieser Zeit erforderlich wird. Hier sollte eher auf mechanische Herzklappen zurückgegriffen werden, obwohl das bedeutet, dass man dann lebenslang eine Blutverdünnung mit Marcumar einnehmen muss.

Auch Verkalkungen der Blutgefäße, vor allem der Leistengefäße und der Hauptschlagader können es unmöglich oder zu gefährlich machen, die dafür erforderlichen Drähte, Ballons und die Herzklappe selber bis zum Herzen vorzuschieben.

Dr. med. Sven Meyer

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