Herzklappen-OP: Muss ich danach Antibiotika einnehmen?

Nach einer Herzklappenoperation benötigen Sie lebenslang eine sogenannte Endokarditis-Prophylaxe. Also einen Schutz vor einer Entzündung der Herzinnenwände. Das Endokard, die innere Wandschicht, kleidet auch die Herzklappen aus.

Antibiotika-Schutz bei anderen Eingriffen

Die Prophylaxe dienst also dazu, eine Entzündung der operierten Herzklappe zu verhindern. Herzklappen ernähren sich vollständig aus dem Blutstrom; Bakterien, die sich bei Eingriffen in unsauberen Körperregionen wie z.B. dem Dickdarm oder der Mundhöhle immer im Blut befinden, können sich in kleinen Spalten zwischen künstlicher Herzklappe und der Herzinnenhaut oder sogar an den Klappenprothesen selber festsetzen. Weil sie dort vom Blutstrom und der körpereigenen Abwehr unter Umständen nicht mehr erreicht werden, muss vor solchen Eingriffen immer ein Antibiotikum gegeben werden, um die Bakterien abzutöten, bevor sie sich absiedeln.

Nach Herzklappen-OP gibt es einen Endokarditis-Pass

Menschen mit einem erhöhten Risiko sind Alle, die z.B. eine Herzklappenerkrankung oder einen angeborenen Herzfehler haben oder die daran operiert wurden. Dabei ist das Risiko für eine Endokarditis umso höher, je mehr Fremdmaterial bei der Operation eingesetzt wurde.

Sie bekommen noch im Krankenhaus einen Endokarditis-Pass, den Sie immer bei sich führen müssen. Dieser beinhaltet auch Angaben zum Antibiotikum, dass Sie nach bestimmten Eingriffen einnehmen sollten. Nach einer reinen Bypass-Operation oder einem Stent, also einer Gefäßstütze in einem Herzkranzgefäße, besteht übrigens kein erhöhtes Risiko für eine Endokarditis!

Dr. med. Sven Meyer

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