Kann man eine defekte Aortenklappe operativ wiederherstellen?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Aortenklappen zu ersetzen oder zu rekonstruieren. Beim Ersatz der Aortenklappe kommen künstliche oder biologische Prothesen zu Einsatz.

Möglich ist auch der Ersatz der Aortenklappe durch eine andere Herzklappe, die sogenannte Pulmonalklappe, wobei diese dann mit einer künstlichen Klappe ersetzt werden muss. Bei einer Rekonstruktion wird die Aortenklappe wieder aufgebaut, so dass Form und Funktion der Klappe wiederhergestellt sind.

Welche Klappenprothesen werden bei Aortenklappen-Erkrankungen eingesetzt?

Meist muss eine erkrankte Herzklappe ersetzt werden; wie bei allen Klappenerkrankungen sind künstliche und biologische Herzklappen in unterschiedlichen Größen verfügbar.

Künstliche Herzklappen haben heute meist zwei Flügel aus Kohlenstoff, die in einem Metallring verankert sind. Damit diese Klappe in das Herz eingenäht werden kann, weisen sie einen Filzring auf. Künstliche Klappen werden nur noch bei sehr jungen Patienten eingesetzt, weil man danach lebenslang Marcumar einnehmen muss.

Für ältere Menschen dagegen ist das Risiko, aufgrund der begrenzten Haltbarkeit von biologischen Klappe erneut operiert werden zu müssen, geringer als das Risiko, unter Marcumar eine Blutung zu erleiden. Biologische Klappen werden aus Schweineherzen gewonnen oder aus dem Herzbeutel von Rindern oder Pferden hergestellt, das durch Vorbehandlung haltbarer gemacht wurde. Sie werden für Aorten-Erkrankungen mit oder ohne Gerüst hergestellt.

Klappen mit Gerüst und ihre Alternativen

Die Klappen mit Gerüst bestehen aus einem Kunststoffgehäuse, in die die Klappensegel verankert wurden und das von einem Filzring umgeben ist. Ihre Handhabung ist sehr einfach und die Operation ist sehr schnell durchführbar. Allerdings verbrauchen sie durch den Filzring mehr Platz in der Hauptschlagader als eine natürliche Klappe, sodass sie gerade bei sehr kleinen Verhältnissen einen erhöhten Widerstand verursachen können.

Daher wurden biologische Herzklappen entwickelt, die sich der Innenwand der Hauptschlagader anschmiegen und kein Gerüst benötigen. Sie haben ähnlich niedrige Widerstandswerte wie gesunde, natürliche Klappen, sind aber wesentlich aufwendiger während der Operation, weil sie zusätzlich an der Wand der Hauptschlagader verankert werden müssen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Sven Meyer

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