Wann sollte man bei einer Aortenklappensinsuffizienz operieren?

Bei einer Aortenklappeninsuffizienz besteht ein unzureichender Verschluss der Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Aorta. In der Regel plant man eine Operation, wenn die Betroffenen Symptome entwickeln und vermindert belastbar sind.

Auch bei zu starker Belastung der linken Herzkammer sollte man operieren, selbst wenn keine stärkeren Beschwerden bestehen. Eine Operation ist auch notwendig, wenn eine Entzündung der Herzinnenhäute (Endokarditis) für die Funktionsbeeinträchtigung der Herzklappe verantwortlich ist und diese sich medikamentös nicht behandeln lässt.

Welche Verfahren werden bei einer Aortenklappenrekonstruktion eingesetzt?

Bei einer Aortenklappenrekonstruktion liegt in der Regel eine Schlussunfähigkeit der Klappe, eine sogenannte Aortenklappeninsuffizienz oder einfach nur Aorteninsuffizienz vor. Das bedeutet, dass Blut, dass von der linken Herzkammer in die Hauptschlader gepumpt wurde, zu einem größeren Teil wieder in die Herzkammer zurückfließt statt, wie bei einer dichten Herzklappe, nur in den Körper. Es pendelt also Blut zwischen Hauptschlagader und linker Herzkammer hin und her, dass die Herzkammer belastet und schließlich dazu führt, dass diese sich aufweitet und versagt. Ziel der Aortenklappenrekonstruktion ist daher, die meist erweiterte Hauptschlagader im ersten teil nach dem Herzen zu raffen.

Zwei Methoden – Operation nach David und nach Yacoub

Die beiden Operationen, die beide nach dem gleichen Prinzip arbeiten, sind nach den Herzchirurgen benannt, die sie zum ersten Mal durchgeführt haben und die weltweit damit die meisten Erfahrungen haben. Beide Methoden werden in spezialisierten Kliniken auch in Deutschland angeboten.

Bei der Methode nach David (benannt nach Tirone S. David aus Kanada) wird der Anfangsteil der Hauptschlagader, die sogenannte Aortenwurzel entfernt und nur die eigene Aortenklappe belassen. Dann wird eine Gefäßprothese passender Größe über die Herzklappe geführt und an der linken Herzkammer festgenäht. Anschließend wird die Aortenklappe wie bei einem gerüstfreien biologische Aortenklappenersatz in diese Gefäßprothese eingenäht.

Bei der Methode nach Yacoub, die nach dem englischen Herzchirurgen Sir Maghdi Yacoub benannt ist, wird etwas weniger von der Aortenwurzel entfernt und die Gefäßprothese dann oberhalb der Aortenklappe angenäht. Bei beiden Operationen müssen jeweils noch die rechte und die linke Herzkranzarterie in die Gefäßprothese eingenäht werden. Insgesamt sind diese Operationen im Vergleich mit einem einfachen Ersatz der Aortenklappe kompliziert. Ob der Eingriff den gewünschten Erfolg hat hängt wesentlich von der Auswahl der richtigen Patienten dafür ab.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Sven Meyer

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