Kann eine banale Erkältung auf das Herz schlagen?

Ja, nicht selten sind Erkältungen und Durchfallerkrankungen die Ursache einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis). Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn solche Infekte nicht vollständig ausheilen und/oder die Abwehrkräfte stark reduziert sind.

Bei einem geschwächten Immunsystem haben Krankheitserreger wie Viren und Bakterien leichtes Spiel. Deshalb ist es auch bei sogenannten banalen Infekten notwendig sich zu schonen, auf keinen Fall Sport zu treiben oder sich anderweitig körperlich zu belasten. Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Heilung und beugen Folgeerkrankungen wie der Myokarditis vor.

Coxsackie-Virus als Hauptübeltäter

Diverse Erreger sowie Krankheiten und Giftstoffe können eine Herzmuskelentzündung auslösen. In den westlichen Ländern spielen besonders Viren eine große Rolle. Forscher beschreiben, dass bei 1-5 % aller viralen Infekte das Herz in irgendeiner Form beteiligt sein kann, wobei nicht immer gleich das Vollbild einer schweren Herzschwäche vorliegen muss.

Das Coxsackie-Virus nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Es ist typischer Auslöser von Erkältungen, im Sommer auch von Durchfällen, und kann den Herzmuskel angreifen. Bei über 50 % der Betroffenen mit einer infektiösen Myokarditis wird es als Ursache nachgewiesen. Ein banaler Virusinfekt kann also auf Ihr Herz schlagen.

Schonen Sie sich bei Infekten

Damit das Virus eben nicht auf die Herzmuskulatur übergreift, müssen Sie sich körperlich schonen. Alle Betroffenen, die neben Schnupfen Begleitsymptome wie Halsschmerzen, Husten, Fieber oder Gliederschmerzen haben, sollten für eine gewisse Zeit Bettruhe einhalten.

Wenn Sie hingegen nur an einem sehr leichten Schnupfen leiden und keine weiteren Beschwerden haben, schadet ein wenig Bewegung wie ein Spaziergang an der frischen Luft nicht, sondern bringt Ihr Immunsystem sogar wieder in Schwung.

Falls Sie sich nicht sicher sind, inwiefern Sie sich bei einem Infekt belasten dürfen, fragen Sie Ihren Arzt. In der Regel handelt es sich um eine individuelle Entscheidung, bei der subjektives Empfinden und objektive Krankheitsparameter eine Rolle spielen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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