Was ist eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis)?

Myokarditis ist der medizinische Fachbegriff für eine Herzmuskelentzündung. Diese kann verschiedene Ursachen haben und akut auftreten oder chronisch sein. Es kann lediglich der Herzmuskel von der Entzündung betroffen sein oder aber auch der Herzbeutel (Perikard).

Folge der Entzündung ist eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Herzmuskels und eine zunehmende Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Eine Myokarditis birgt die Gefahr gefährlicher Herzrhythmusstörungen und des plötzlichen Herztodes, auch bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankungen.

Bunter Strauß an Ursachen

Verschiedene Krankheiten können aufs Herz schlagen. Mediziner unterscheiden dabei infektiöse und nicht-infektiöse Auslöser. Zu den infektiösen gehören Erkrankungen, die durch Viren, Bakterien, Protozoen oder Pilze ausgelöst werden. In den westlichen Länder spielen bei der Entstehung einer Herzmuskelentzündung besonders virale Infekte eine Rolle. Bakterielle Prozesse, die mit einer Herzbeteiligung einhergehen, kommen bei uns deutlich seltener vor.

Zu den nicht-infektiösen Ursachen zählen Medikamente, toxische (giftige) Substanzen oder Autoimmunprozesse. Zum Beispiel können bestimmte Chemotherapeutika, eine Bestrahlung und ein hoher Alkoholkonsum die Herzmuskulatur schädigen. Erkrankungen, die mit Autoimmunprozessen einhergehen, wie rheumatisches Fieber oder Sklerodermie, können ebenfalls das Herz schwächen.

Abgeschlagenheit und schwere Luftnot

Die Symptome einer Myokarditis sind vielfältig. Einige Betroffene haben keinerlei Probleme, ansonsten reicht das Portfolio von Abgeschlagenheit über Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen bis hin zu starker Luftnot. Bei schweren Verläufen kann die Entzündung bisweilen tödlich enden.

Im Rahmen einer Myokarditis ist körperliche Schonung unerlässlich. Je nach Ursache muss zudem gegebenenfalls eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. In circa 50-66 % heilt die Erkrankung spontan aus. Schafft der Körper es jedoch nicht, zum Beispiel den auslösenden Erreger erfolgreich zu eliminieren, kann die Erkrankung chronisch werden und zu einer Herzschwäche führen.

Wenn Sie nach einem viralen Infekt weiterhin an Abgeschlagenheit, Brustdruck, Luftnot, Herzrhythmusstörungen oder gar geschwollenen Beinen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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