Myokarditis: Sind Extrasystolen (Extraschläge) normal?

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) geht typischerweise mit Rhythmusproblemen und Extrasystolen einher. Selbst wenn sie abgeheilt ist, können Extraschläge noch vorkommen. Wenn das Herz ansonsten wieder gesund ist, sind sie vereinzelt in der Regel nicht mehr gefährlich.

Das klinische Bild einer Herzmuskelentzündung ist bunt. Viele Menschen haben kaum oder nur milde Beschwerden, einige leiden unter Leistungsminderung, Herzstolpern oder -rasen, Brustschmerzen und Luftnot. In schweren Fällen kann die Pumpkraft des Herzens nachlassen, Flüssigkeit sammelt sich dann gegebenenfalls in den Beinen und der Lunge an.

Häufig bei Myokarditis: Rhythmusstörungen und Extraschläge

Auch Rhythmusprobleme gehören regelmäßig zum Beschwerdebild einer Myokarditis und kommen in allen Stadien der Entzündung vor. Hierbei können verschiedenste Formen auftreten, von harmlosen einzelnen Extraschlägen, Tachykardien (Herzrasen) bis hin zu potentiell gefährlichen Rhythmusstörungen. Sie sind mit ein Grund, weshalb bei einer Myokarditis zwingend körperliche Schonung und Bettruhe eingehalten werden müssen.

In komplizierten, zum Glück seltenen Fällen mit eingeschränkter Herzkraft benötigen ausgewählte Personen sogar eine Defibrillatorweste oder einen langfristigen Defibrillator, sollte sich die Pumpkraft nicht erholen.

Es kann noch eine Weile holpern

Von den schwerwiegenden Rhythmusstörungen abzugrenzen sind einzelne Extrasystolen. Selbst wenn eine Herzmuskelentzündung vollständig und folgenlos abgeheilt ist, leiden manche Betroffene eine Zeit lang noch an diesen Extraschlägen.

Das Herzstolpern ist zwar unangenehm, bei ausgeheilter Myokarditis mit intakter Herzkraft aber in der Regel nicht mehr gefährlich. Oft verschwinden die zusätzlichen Schläge nach einer Weile plötzlich wieder von alleine. Wie lange dies dauert, ist jedoch nur schwer vorherzusagen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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