Myokarditis: Was bedeutet ein erhöhtes Troponin?

Wenn Mediziner von Troponin sprechen, beziehen sie sich in der Regel auf das sogenannte cardiale Troponin T (cTnT) und das cardiale Troponin I (cTnI). Dies sind Eiweiße aus den Herzmuskelzellen. Bei Herzinfarkten oder auch Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) steigen ihre Werte im Blut an.

Biomarker aus dem Herzen

Wenn Mediziner eine Myokarditis für möglich halten, führen sie als erstes ein EKG, gegebenenfalls einen Ultraschall und einige Blutentnahmen durch. Zu den Laboruntersuchungen gehört dabei unter anderem das Troponin mit seinen Untereinheiten cTnT und cTnI. Sie kommen nur in Herzzellen vor. Daneben gibt es Troponinformen in der Skelettmuskulatur, die hier aber keine Rolle spielen.

Troponin T und I liegen im Normalfall bei fast null. Erhöhte Level im Blut sprechen dafür, dass eine oder mehrere Zellen im Herzen abgestorben sind, wenn sie unzureichend durchblutet wurden.

Typisch beim Herzinfarkt

Klassischerweise geschieht das bei Infarkten. Hier wird ein Teil der Herzmuskulatur nicht ausreichend mit frischem, sauerstoffreichen Blut versorgt, der entsprechende Muskelanteil stirbt ab. Dadurch wird Troponin freigesetzt, die Werte können massiv erhöht sein. Aber auch andere Krankheiten können zum Zelluntergang und zur Freisetzung von herzspezifischen Eiweißen führen.

Rhythmusstörungen oder ein schlecht eingestellter Blutdruck können ebenfalls cTnT und cTnI aus den Herzzellen freisetzen. Wenn zum Beispiel über Stunden oder Tage der Puls im Rahmen eines sogenannten Vorhofflimmerns zu schnell oder der Blutdruck dauerhaft viel zu hoch ist, können einzelne Muskelzellen absterben. Die Zunahme vom Troponin ist dann aber in der Regel dezenter.

Da es auch bei einer Myokarditis zum Untergang von Herzmuskelzellen kommen kann, sind Anstiege von cTnT und cTnI hier ebenfalls möglich.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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