Myokarditis: Was zeigt das Echokardiogramm?

Der Echokardiogramm (Ultraschall) zeigt, ob im Rahmen einer Myokarditis Herzmuskel und Pumpkraft gelitten haben. Außerdem kann untersucht werden, ob andere Probleme wie Klappenerkrankungen vorliegen.

Echo: eine der ersten Untersuchungen bei Myokarditis

Wenn sich Menschen mit Schmerzen im Brustbereich, Herzstolpern und -rasen oder Luftnot beim Arzt vorstellen, wird in der Regel als erstes ein EKG geschrieben. Zeigt es Auffälligkeiten oder weisen die Beschwerden auf ein Herzproblem wie eine Myokarditis hin, folgt in einem zweiten Schritt der Ultraschall.

Die Frage, ob eine Myokarditis vorliegt, ist für Mediziner oft gar nicht so leicht zu beantworten. Ein Großteil der Herzmuskelentzündungen geht mit nur leichten Symptomen einher und heilt spontan wieder ab. Gegebenenfalls ist auch das Echokardiogramm in solchen Situationen unauffällig.

Herzwände und Pumpkraft im Blick

Der Ultraschall zeigt das Herz in Aktion und Echtzeit, es ist ein "bewegtes Bild", das sich Ärzte anschauen. Während der Untersuchung können sie Wand, Muskulatur, Klappen und Pumpleistung beurteilen.

Ein verdickter, geschwollener Muskel kann zum Beispiel für eine Myokarditis sprechen, bei der sich Flüssigkeit im Zwischengewebe angesammelt hat. Zudem funktionieren im Rahmen der Entzündung gegebenenfalls die Zellen nicht richtig. Im Echo zieht sich dann der entsprechende Muskelbereich nicht korrekt zusammen und hinkt im Bild hinterher.

In schweren Fällen kann außerdem die Gesamtleistung des Herzens leiden. Ein gesunder Herzmuskel fördert pro Schlag circa 55-60 ml (55-60 %) von 100 ml frischem Blut aus der linken Hauptkammer in den Körperkreislauf. Bei einer Herzschwäche kann der Anteil auf Werte bis zu 15 ml (15 %) sinken.

Regelmäßige Kontrollen

Wurde eine eingeschränkte Pumpkraft im Echo nachgewiesen, muss Ihr behandelnder Kardiologe Kontrolluntersuchungen durchführen, um zu beobachten, ob die Medikamente wirken und sich das Herz erholt.

In einigen Fällen, besonders bei reduzierter Pumpleistung, sind weitere Untersuchungen wie Kernspin (MRT) oder gar eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Herzen notwendig, um ganz sicher zu sein, dass eine Muskelentzündung und kein anderes Problem vorliegt.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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