Myokarditis: Was zeigt das EKG?

Das EKG zeigt bei vielen Menschen mit einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) Veränderungen, die in der Regel aber unspezifisch sind. Das heißt, sie sind nicht immer von anderen Herzerkrankungen abzugrenzen.

Linienabweichung in der EKG-Kurve

Eine Herzmuskelentzündung kann ein buntes Beschwerdebild zeigen, aber auch mit wenig Symptomen einhergehen. Das EKG zeigt jedoch häufig Abweichungen. Es gehört daher zu den ersten Untersuchungen, die bei Verdacht auf eine Myokarditis durchgeführt werden.

Die Herzkurve zeigt in Linienform an, wie die elektrische Erregung durch das Herz verläuft. Im Normalfalls erkennt man hier in regelmäßigen Abständen auftretende große Zacken (QRS-Komplex). Hinter ihnen folgen ein kurzer flacher Abschnitt und eine mittelgroße Kurve nach oben. Sie bilden die sogenannte Endstrecke.

Im Rahmen einer Myokarditis kann sich dieses Stück nach oben oder unten verschieben, Mediziner sprechen von ST-Streckenhebungen oder -senkungen. Zudem kann die mittelgroße Kurve, die T-Welle, statt nach oben nach unten zeigen. Dieses Phänomen nennen Ärzte T-Negativierung. Neben den Endstreckenveränderungen kann ein EKG zudem Rhythmusstörungen zeigen, bei denen der Ablauf von Zacken und Kurven verändert ist.

EKG-Veränderungen auch bei anderen Krankheiten

Die oben beschriebenen EKG-Abweichungen sind jedoch nicht krankheitsspezifisch. Sie können bei anderen Problemen wie schlechter Durchblutung, Infarkten oder Herzschwäche ebenfalls auftreten. Dennoch zeigen sie bei Menschen mit Verdacht auf eine Myokarditis, dass etwas nicht in Ordnung ist. Weitere Untersuchungen wie Echokardiogramm (Ultraschall), Kernspin (MRT) oder gar eine Muskelbiopsie können dann notwendig werden.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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