Was zeigt ein Kardio-MRT bei Myokarditis (Herzmuskelentzündung)?

Ein Kardio-MRT (Kernspin) kann viele Strukturen des Herzens optisch sehr genau darstellen. Bei einer Muskelentzündung lagert sich zum Beispiel Flüssigkeit im Gewebe ein, die im Kardio-MRT zu sehen ist.

Detaillierte Bilder vom Herzen

Das Kardio-MRT (Kernspin) spielt in der Diagnostik der Myokarditis eine große Rolle. In der Regel ist es das klinische Bild, das den Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung lenkt. Hierzu gehören unter anderem ein durchgemachter viraler Infekt mit anhaltender Leistungsschwäche, Brustschmerzen, Herzstolpern und Rhythmusstörungen oder gar Wasseransammlungen in Lunge und Beinen.

Je nach Schweregrad und Ausmaß der Erkrankung zeigen Blutwerte und EKG Auffälligkeiten. Der Ultraschall (Herzecho) gehört oft ebenfalls zu den ersten Untersuchungen, die durchgeführt werden. Er zeigt unter anderem, ob die Pumpkraft des Herzens gelitten hat. Ob ursächlich nun aber eine Myokarditis oder doch ein anderes Problem hinter den Beschwerden steckt, lässt sich weder mit Labor noch EKG oder Echo zu 100 % sagen.

In der Regel führen Mediziner daher bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung ein Kardio-MRT durch. In verschiedenen, bisher noch ausgewählten Fällen kann auch eine Biopsie (Gewebepunktion) aus dem Herzen nötig sein. Sie gilt als Goldstandard in der Diagnostik der Myokarditis, ist aber invasiv und nicht überall verfügbar.

Flüssigkeit im Muskelgewebe spricht für Myokarditis

Das Kardio-MRT (Kernspin) nutzt komplizierte technische Verfahren. Mediziner, die solche Untersuchungen durchführen und interpretieren, müssen erfahren und gut geschult sein. Zugleich handelt es sich um eine sehr elegante, moderne, nebenwirkungsarme Methode, die viele Strukturen wie eben Herzmuskulatur, aber auch Gefäße und Klappen darstellen kann.

Bei der Untersuchung der Muskulatur auf Entzündungszeichen achten Ärzte darauf, ob Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) auftreten und wie sich das Kontrastmittel Gadolinium in der Herzmuskulatur verteilt. Zeitliches Aufnahme- und Verteilungsmuster geben Hinweise, ob es sich um eine Myokarditis oder doch eher um eine anderes Problem handelt.

Komplexe Befunde

Für einen Laien ist es oft sehr schwierig, einen MRT-Befund wirklich gut zu verstehen. Zu viele technische Fachbegriffe wie frühes und spätes Enhancement (Anreicherung des Gadoliniums) und T1- bzw. T2-Gewichtung werden hier verwendet. Zudem sind die Bilder nicht immer eindeutig. In der Regel müssen Sie daher bei der Interpretation Ihrem behandelnden Arzt vertrauen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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