Wie wird eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) behandelt?

Ganz wichtig ist eine körperliche Schonung und auch Bettruhe, damit das Herz bestmöglich entlastet wird. Eine möglicherweise bestehende Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen werden nach den gängigen Empfehlungen behandelt.

Herzmedikamente und antivirale Mittel

Ein Großteil der Herzmuskelentzündungen heilt in der Regel von alleine wieder aus (> 80 %). In einigen Fällen treten begleitend eine Herzschwäche oder Rhythmusstörungen auf. Die Behandlung erfolgt dann zum einen mit klassischen Mitteln wie ACE-Hemmern/AT-1-Blockern, Betablockern und Diuretika, zum anderen werden bisweilen spezifische Arzneistoffe gegen Entzündungsprozesse eingesetzt.

Dabei gibt die Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Herzmuskel, die in der Regel bei Verdacht auf eine Myokarditis durchgeführt wird, Hinweise. Finden Ärzte in der Biopsie Virus-DNA/RNA oder typische Gewebe- bzw. Zellveränderungen, können besondere antivirale Medikamente oder Stoffe, die das Immunsystem regulieren (z.B. Kortison, Interferon, Immunglobuline), gegeben werden. Rhythmusstörungen werden natürlich ebenfalls entsprechend behandelt.

Neben der "klassischen" Herzmuskelentzündung, die oft virusbedingt auftritt, gibt es zudem Sonderformen wie die sogenannte Riesenzellmyokarditis, für die es eigene, spezielle Therapieempfehlungen zum Beispiel mit hochdosiertem Kortison gibt.

Herztransplantation selten nötig

Wenn im Rahmen einer Myokarditis mit gegebenenfalls geschwächter Pumpkraft bösartige Rhythmusstörungen drohen, kann eine Überwachung des Herzschlags mit einer sogenannte Defi-Weste (Life-Vest) notwendig werden. Sie wird ähnlich wie eine Schwimmweste getragen. Die Entscheidung, ob eine derartige Überwachung notwendig ist, trifft immer der behandelnde Kardiologe.

In ungünstigen Fällen kann eine Myokarditis mit einer Herzschwäche einhergehen, die zu spät entdeckt oder nicht rechtzeitig behandelt wird. Eine weitere Verschlechterung der Herzfunktion kann dann oft nicht aufgehalten werden. Versagt die Pumpleistung komplett, hilft in solch schweren Fällen nur eine Herztransplantation. Zum Glück ist dies sehr selten notwendig.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen