Myokarditis mit Herzschwäche: Welche Medikamente helfen?

Bei einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) mit einhergehender Herzschwäche (Herzinsuffizienz) verschreiben Ärzte dieselben Wirkstoffe, die bei einer Herzschwäche auch sonst helfen. Sie sollen Muskel und Pumpleistung unterstützen.

Nicht alle Menschen mit einer Myokarditis entwickeln eine Herzinsuffizienz. Bei einem Teil der Betroffenen leidet jedoch die Pumpkraft unter der Entzündung. Neben körperlicher Schonung und Verzicht auf Sport, dem A&O der Therapie, kommen einige Medikamente zum Einsatz.

Entlastung des Herzens

Zu den Medikamenten, die bei Herzinsuffizienz im Rahmen einer Myokarditis eingesetzt werden, gehören klassischerweise:

  • Betablocker wie z.B. Metoprololsuccinat, Bisoprolol, Nebivolol, Carvedilol
  • ACE-Hemmer wie z.B. Ramipril, Enalapril, Captopril oder Angiotensinrezeptorblocker/Sartane wie z.B. Candesartan, Losartan
  • Wassertabletten (Diuretika) wie z.B. Furosemid oder Torasemid, wenn sich Flüssigkeit im Körper (Beine, Lunge) ansammelt
  • Aldosteronantagonisten wie z.B. Spironolacton, wenn die oben genannten Arzneistoffe nicht ausreichen
  • Angiotensin-Rezeptor/Neprilysin-Hemmer wie z.B. Entresto® statt ACE-Hemmern/Angiotensinrezeptroblockern in besonderen Fällen

In welcher Reihenfolge und Dosierung Ärzte diese Medikamente verabreichen, richtet sich unter anderem nach den "Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zur Diagnostik und Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz". Die Therapie erfolgt dabei unabhängig davon, ob die Einschränkung der Pumpleistung durch eine Entzündung oder eine andere Erkrankung verursacht wurde.

Spezialmittel gegen die Entzündungsreaktion

Je nach Krankheitsverlauf wird in einigen Fällen eine Biopsie aus dem Herzmuskel entnommen. Zeigt die Untersuchung ein Virus oder andere spezielle entzündliche Prozesse, setzen Mediziner gelegentlich Stoffe gegen die Immunreaktion oder das Virus selbst ein. Dies geschieht jedoch in der Regel in spezialisierten Zentren.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

Mehr dazu lesen Sie hier:
Behandlung der Herzschwäche
Herz-Kreislauf-Medikamente

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