Myokarditis: Wann darf ich wieder Sport treiben?

Körperliche Schonung und Verzicht auf Sport sind bei einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) unerlässlich. Das Risiko für Herzrhythmusstörungen und -schwäche ist ansonsten zu groß. So müssen Sie in der Regel mindestens sechs Monate Pause einlegen und auf das Okay Ihres Arztes warten.

Ein halbes Jahr Schonfrist fürs Herz

Bisher ist es für Mediziner immer noch sehr schwierig zu sagen, wann eine Entzündung des Herzmuskels nach einer Myokarditis tatsächlich restlos abgeklungen ist. Restbereiche oder Narbengewebe können weiterhin Ursprungsort von Rhythmusstörungen sein. Sie verschwinden erst, wenn die Entzündungsreaktion vollständig abgeheilt ist. Zu den Unregelmäßigkeiten gehören einfache Extraschläge, aber auch komplexe Rhythmusprobleme bis hin zum plötzlichen Herztod.

In der akuten Krankheitsphase sowie den darauf folgenden Wochen und Monaten sind Ruhe und Verzicht auf Sport daher sehr wichtig. Experten empfehlen eine Pause von mindestens sechs, in einzelnen Fällen auch nur drei Monaten.

Wichtig: Kontrolluntersuchungen vor Sportbeginn

Bei optimalem Krankheitsverlauf erfolgt nach diesen sechs Monaten eine erneute kardiologische Untersuchung und Einschätzung durch den behandelnden Arzt. Er soll abschätzen, inwiefern sich die Entzündung des Herzmuskels gelegt hat und ob noch ein Risiko für Rhythmusstörungen besteht.

Folgende Fragen müssen beantwortet werden, bevor Sie nach einer Myokarditis wieder mit sportlicher Aktivität beginnen dürfen:

  • Liegen keine Beschwerden wie Luftnot, Brustschmerzen, Herzstolpern/-rasen mehr vor?
  • Zeigt der Ultraschall (Echokardiographie) eine normale Pumpfunktion?
  • Gibt es im 24 -Stunden-EKG und Belastungs-EKG keine Hinweise auf Rhythmusprobleme?
  • Sind Blutwerte für Herzmuskelentzündung und -schwäche unauffällig?

Nur wenn alle Punkte erfüllt sind, kann ein Kardiologe grünes Licht geben und entscheiden, ob und in welcher Form Sie wieder mit Sport beginnen dürfen. Inwiefern Verlaufskontrollen eines Kardio-MRTs (Kernspin) bei diesem Entschluss helfen könnten, konnten die Fachgesellschaften bisher noch nicht eindeutig klären.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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