Wieso darf ich bei einer Myokarditis keinen Sport treiben?

Körperliche Anstrengung und Sport können bei einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) schwerwiegende Folgen haben und zu Rhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod führen.

Ein entzündetes Herz braucht Ruhe

In den westlichen Ländern sind es häufig virale Infekte, die eine Herzmuskelentzündung auslösen. Aber auch Bakterien, Pilze, Alkohol, einzelne Medikamente und viele andere Ursachen können zu einer Myokarditis führen.

Bei den meisten Menschen heilt die Entzündung spontan und folgenlos aus. In einigen Fällen geht sie jedoch mit einer Herzschwäche oder bösartigen Rhythmusstörungen einher. Schonung, teils Bettruhe und Verzicht auf Sport stellen die Basis der Behandlung dar.

Wenn Sie sich trotz einer Herzmuskelentzündung körperlich anstrengen, kann dies schwere Konsequenzen haben. Eine Studie von 1989 konnte an Mäusen mit Virusmyokarditis (Coxsackie B3 Virus) zeigen, dass 60 Minuten tägliches Schwimmen mit Anstiegen der Virusmenge einhergingen, die Herzinsuffizienz negativ beeinträchtigten und die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Herztod erhöhten.

Mindestens 6 Monate Pause und regelmäßige Kontrollen

Selbst wenn die akute Entzündung abgeheilt ist, können aus Narbengewebe im Herzmuskel noch immer Rhythmusstörungen entspringen, auch wenn die Myokarditis abgeheilt und die Pumpkraft wieder intakt ist.

Deswegen müssen Sie sich mindestens sechs (selten auch nur drei) Monate körperlich schonen. Bevor Sie wieder mit dem Sport beginnen, muss der Arzt zwingend einige kardiologische Untersuchungen durchführen und das Risiko für Rhythmusstörungen erneut einschätzen.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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