Wann muss eine Endokarditis operiert werden?

Heilt eine Endokarditis auch unter dem richtigen, getesteten Antibiotikum nicht ab, zerstört die Endokarditis über kurz oder lang die Klappe. Damit keine anderen Herzklappen in die Entzündungen einbezogen werden oder im Falle von wiederholten Embolien, also z.B. Schlaganfällen oder Sehstörungen durch abgeschwemmte Gerinnsel, dann muss die Herzklappe operiert werden.

Klappe kann selten erhalten werden

Nur bei sehr begrenzten Entzündungen, beispielsweise an der Trikuspidalklappe zwischen rechtem Vorhof und Herzkammer, kann die Klappe erhalten werden, indem man nur das entzündete Stück der Klappensegel ausschneidet und z.B. durch ein Stück aus dem Herzbeutel des Patienten ersetzt. Vor allem bei den Herzklappen des linken Herzens, also der Aorten- und Mitralklappe, die den hohen Blutdruck des Körperkreislaufs aushalten müssen, ist es meist nicht möglich, die Klappe so zu erhalten. Das wichtigste Prinzip der Operation ist hier, dass alles entzündete Gewebe entfernt werden muss, weil es trotz seiner Nähe zum Blutstrom nicht von Antibiotika erreicht wird. Das liegt vor allem daran, dass Herzklappen selber über keine Blutgefäße verfügen, die das Klappengewebe ernähren.

Aufgrund der räumlichen Nähe sind bei ausgedehnten Endokarditiden sowohl die Aorten- als auch die Mitralklappe betroffen, sodass im Zweifelsfalle beide Klappen, meist mit jeweils einer biologischen Klappenprothese ersetzt werden müssen.

Dr. med. Sven Meyer

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