Welche Wechsel- und Nebenwirkungen hat Spironolacton?

Zu den typischen Nebenwirkungen von Aldactone® bzw. Jenaspiron® (Wirkstoff Spironolacton) gehören unter anderem eine Hyperkaliämie (erhöhte Kaliumwerte im Blut) und eine Gynäkomastie (Schwellung der Brustdrüsen beim Mann).

Vorsicht vor hohen Kaliumwerten

Spironolacton gehört zur Gruppe der Diuretika (Wassertabletten), es entzieht dem Körper überschüssige Flüssigkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Wassertabletten verliert er dabei jedoch kein Kalium, sondern spart es ein. Die Kaliumwerte im Blut können daher stark über die Norm ansteigen, Mediziner sprechen von einer Hyperkaliämie. Diese kann dann wiederum zu Lähmungserscheinungen der Muskulatur und zu Herzrhythmusstörungen führen.

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Unter der Therapie mit Aldactone® oder Jenaspiron® kann zudem das Kreatinin im Blut ansteigen, das die Funktion der Nieren widerspiegelt. Sowohl Kalium als auch Kreatinin müssen regelmäßig kontrolliert werden.

Veränderungen an Brust und Behaarung

Da Spironolacton unter anderem auch in den Hormonhaushalt eingreift, können bei Männern die Brustdrüsen anschwellen. Dies kann eine oder beide Seiten betreffen. Mediziner sprechen von einer Gynäkomastie. Zudem sind Probleme einer Impotenz möglich.

Umgekehrt können auch bei Frauen durch den Einfluss in den Hormonhaushalt Veränderungen auftreten. Hierzu gehören zum Beispiel ein vermännlichter Behaarungstyp oder Regelschmerzen (Dysmenorrhoe). Veränderungen der Stimmlage wurde ebenfalls beschrieben, treten aber selten auf.

Grundsätzlich können wie bei vielen anderen Medikamenten auch bei Spironolacton allergische Reaktionen auf das Medikament auftreten. Zudem kommen verminderte Blutplättchen (Thrombozyten) und vermehrte Gichtanfälle unter diesem Medikament vor. Auch allgemeine Reaktionen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelkrämpfe sind möglich.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Mit Arzneistoffen wie sogenannten ACE-Hemmern (z.B. Ramipril), Sartanen (z.B Candesartan), einigen Schmerzmedikamenten wie Ibuprofen oder auch dem Antibiotikum Cotrimoxazol kann es zu Wechselwirkungen kommen, die das Risiko für eine Hyperkaliämie nochmal erhöhen. Kaliumwerte und auch die Nierenfunktion müssen daher ganz besonders im Auge behalten werden.

Wenn Sie dauerhaft Spironolacton einnehmen, sind regelmäßige Blutentnahmen in der Arztpraxis daher unerlässlich. Sollten bei Ihnen einige der oben beschriebenen Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt darauf an.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Spironolacton (Aldactone): Wirkung und Nebenwirkungen

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