Kann ich meine Gerinnungswerte (INR-Wert) auch selbst messen?

Ja, und das ist sogar ausgesprochen zu empfehlen. Es ist heute durchaus möglich, die eigenen Gerinnungswerte selbst zu überwachen und auch die Medikamentendosis gegebenenfalls selbst anzupassen. Dies erfordert natürlich viel Zuverlässigkeit und Selbstdisziplin.

Die Selbstmessung und das damit einhergehende Eigen-Management bei der Arzneimitteldosis bietet einige Vorteile. So müssen Sie zur Messung der Gerinnungswerte nicht extra in die Arztpraxis oder zum Arzt. Dabei ist die Messung sicher und stärkt die Eigenverantwortung.

Häufigere Komplikationen gibt es bei Menschen, die Ihre Gerinnungshemmung eigenverantwortlich steuern, nicht. Dies zeigte eine Studie im renommierten New England Journal of Medicine. Im Gegenteil: Bei den Selbstmessern war die Medikamentendosis besser eingestellt als bei den Vergleichspersonen mit "normaler" Blutgerinnungsüberwachung beim Arzt oder in der Apotheke. Und die Zufriedenheit und Lebensqualität lag bei den Selbstmessern auch höher.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (2)
INR-Wert selbst messen
2 Montag, den 08. Februar 2016 um 08:23 Uhr
Matthias Bruell
Bin seit 44 Jahren schon Marcumar Patient, meine Venen waren so hart, dass beim Blutabnehmen manchmal durchgestochen wurde. Bei einem Urlaub in Ratzeburg machte mich ein Arzt darauf aufmerksam, dass ich den INR auch selber messen könnte, er erklärte mir, was ich alles machen müsste. Zuerst Bewilligung vom Arzt an die Krankenkasse, nach dem OK dann einen Lehrgang machen, die Urkunde an die KK und los geht es. Ich messe meinen INR-Wert seit 6 Jahren selbst und habe gute Erfahrung.
Gutes Gelingen
Antrag für Blutgerinnungs-Selbstmanagement
1 Mittwoch, den 27. Januar 2016 um 19:06 Uhr
Alessa Elekna
Hallo,
ich muss wegen paroxysmalem Vorhofflimmern trotz 2 erfolglosen Pulmonalvenenisolationen lebenslang Blutgerinnungshemmer nehmen. Ich möchte bei Marcumar bleiben und auf keinen der neuen Blutverdünner umsteigen. Sehr gerne würde ich meine Blutgerinnung selbst kontrollieren, u.a. weil ich schon zweimal in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr Schwierigkeiten hatte, jemanden in akzeptabler Nähe zu finden, der meine Blutgerinnung messen konnte (ich hätte in dieser Zeit jedesmal in ein 34 km entferntes Krankenhaus fahren müssen). Leider zählt dieses Argument wohl nicht, denn unter dem Jahr ist der Weg zu meiner Hausärztin nicht sehr weit, ich arbeite auch nur in Teilzeit, meine Gerinnungswerte schwanken nicht sehr und ich habe lauter relativ gute Venen (eine ist schon ziemlich vernarbt, aber die anderen gehen noch einigermaßen); ich habe also leider nicht genügend Gründe für den Antrag.
Meine Frage: Warum bekommen Leute mit künstlicher Herzklappe problemlos den Kurs und das Messgerät, aber Leute mit Vorhofflimmern nur, wenn sie eine Menge Bedingungen erfüllen?
Was kann ich tun, damit ich Gerät und Schulung von der Krankenkasse bekomme (bin Kassenpatientin - AOK Heibronn).
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