Darf ich nach einer Thrombose der tiefen Bein- oder Beckenvenen umhergehen oder muss ich liegen?

In der Regel muss bei einer Thrombose heutzutage keine Bettruhe über mehrere Tage eingehalten werden. Voraussetzung ist jedoch eine ausreichende Blutverdünnung und eine Kompressionstherapie mit elastischer Binde bzw. angepassten Thrombosestrümpfen.

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Sorge vor Lungenembolien

Mediziner sorgen sich bei Menschen mit einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT), dass sich ein Teil des Blutgerinnsels aus dem Bein- oder Beckenbereich löst und über den Gefäßweg zu den wichtigen Lungenarterien wandert, wo er eine der Adern verlegt und verstopft. Die Sauerstoffaufnahme ins Blut wird folglich an dieser Stelle stark eingeschränkt. Ein Teil der Lunge arbeitet dann nicht mehr, der Körper erhält zu wenig Sauerstoff, und auch das Herz kann leiden.

Eine Lungenembolie ist eine ernstzunehmende Komplikation einer Thrombose, unter Umständen kann sie sogar tödlich verlaufen. Langen diskutierten Ärzte, ob und wie lange Menschen mit einer Beinvenenthrombose strikte Bettruhe einhalten müssen. Früher waren Betroffene oft 7-10 Tage ans Bett gefesselt.

Bettruhe selten notwendig

Inzwischen gilt, dass strenge Bettruhe in der Regel nicht notwendig ist. Ausnahmen bilden Betroffene mit starken Schwellungen und Schmerzen im Bein oder Menschen mit schwerer Lungenembolie, die den Kreislauf beeinträchtigt.

Im Normalfall steigt das Risiko, dass sich ein Thrombusanteil löst und in die Lunge wandert, mit dem Aufstehen nicht an. Unerlässlich ist jedoch, dass Sie eine suffiziente Blutverdünnung einnehmen. Suffizient bedeutet, dass die Dosis der Blutverdünnung ausreichend stark gewählt ist. Die Höhe richtet sich unter anderem nach Körpergröße, Nierenfunktion und Alter. Verschiedene Wirkstoffe wie Heparine, Marcumar® oder neuere Mittel wie Xarelto® stehen den Ärzten zur Verfügung.

Neben der Blutverdünnung ist zudem eine Kompressionsbehandlung notwendig. Sie erfolgt anfangs mit elastischer Binde, später mit angepassten Strümpfen.

Schlussendlich entscheidet Ihr Arzt, ab wann Sie wieder aufstehen dürfen und welches Medikament das richtige für Sie ist.

Autorin: Dr. med. Susanne Endres

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